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Wegfall der Besteuerung von Beteiligungserträgen

Dez 3, 2007 | DiagnosticNews

Verkürzte Haltefristen bei Teileinbringungen

Seit dem 1. Januar 2007 werden nur noch 5% der Erträge aus der Veräußerung von Beteiligungen, die länger als zwei Jahre gehalten wurden, besteuert. Der tatsächliche Steueraufwand beläuft sich danach noch auf ca. 1,6% (5% von 33,3%). Diese neue Maßnahme hat auch entsprechende Auswirkungen auf bisher durchgeführte Vorgänge von Teileinbringungen von Gesellschaftsanteilen („apports partiels d’actifs“).

Der Zweck dieser Vorgänge bestand in der Vergangenheit insbesondere aus der Vermeidung einer Besteuerung von stillen Reserven der eingebrachten Anteile. Die Steuerfreiheit ergab sich aber nur, soweit die Verpflichtung eingegangen wurde, die im Gegenzug zur Einbringung erlangten Gesellschaftsanteile mindestens drei Jahre zu halten. Wurde diese Haltefrist vorzeitig unterbrochen, so mussten die Reserven der eingebrachten Gesellschaftsanteile nachversteuert werden. Dabei erhob sich jedoch die Frage, ob die Versteuerung retroaktiv auf den Zeitpunkt der Einbringung zu verlegen oder vielmehr das Datum des Bruchs der Halteverpflichtung maßgeblich sei.

Eine jüngere Entscheidung vom 13. Juli 2007 des Obersten Verwaltungsgerichtshofes („Conseil d’Etat“) brachte hierzu eine klare Aussage: die Aufkündigung der Halteverpflichtung, d.h. der Verkauf der Anteile, ist der Auslöser und damit auch bestimmend für die Anwendung der zu diesem Zeitpunkt geltenden Steuergesetze.

Die seit 2005 eingeleitete systematische Verringerung der Besteuerung von langfristigen Beteiligungsveräußerungen kann bei der Anwendung des obigen Urteils erhebliche Auswirkungen haben. So würde ein in 2007 vorzeitig getätigter Verkauf einer Beteiligung, die in 2005 mit einer dreijährigen Haltefrist eingebracht wurde, nun zu einem Effektivsatz von 1,66% gegenüber 15%, dem zum Einbringungszeitpunkt (2005) geltenden Steuersatz, versteuert werden.

Es ist deshalb anzuraten, bestehende Einbringungsvorgänge seit 2005 unter dem Gesichtspunkt einer vorzeitigen Aufkündigung, d.h. Verkauf der Anteile, zu analysieren.

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