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Von Arbeitsgerichten ausgesprochene Entlassungsentschädigungen

Feb 11, 2016 | Arbeitsrecht, DiagnosticNews

Eine Untersuchung auf der Basis von 401 Berufungsurteilen

Die hohen Abweichungen, die bei der Berechnung von Entlassungsentschädigungen je nach Betriebszugehörigkeit und Größe des Unternehmens auftreten und damit zu großen Unsicherheiten bei den Kündigungsverfahren führen, haben den Gesetzgeber veranlasst, eine generelle Begrenzung einzuführen. Um einen besseren Überblick über die derzeitige Handhabung bei den Arbeitsgerichten zu erlangen, wurde eine Studie anhand von 401 im Oktober 2014 ergangenen Berufungsentscheidungen durchgeführt.

Dabei ergab sich ein durchschnittlich ausgesprochener Gesamtbetrag für Entlassungen und Entschädigungen, die für Kündigungen, die ohne berechtigte und ernsthafte Gründe („sans cause réelle et sérieuse“) ergingen, in Höhe von 40.000 €. Dieser Betrag umfasst die gesamten Verfahrenskosten einschließlich der noch ausstehenden Gehaltsbezüge, der Überstunden etc.

Beschränkt auf die reinen Entlassungsentschädigungen ergab sich ein durchschnittlicher Betrag von 24.000 €, der sich auf 29.400 € erhöhte, soweit es sich um ein Unternehmen mit mehr als zehn Arbeitnehmern handelte. Mehr als zwei Drittel der ausgewählten Urteile betraf diese Kategorie von Unternehmen. In Monaten ausgedrückt belief sich die Entschädigung auf zehn Monatsgehälter. Dabei ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die obigen Durchschnittszahlen eine sehr starke Bannbreite aufweisen, wobei ein Minimum von 2.500 € bis zu einem Maximum von 310.000 € als Entschädigungsbetrag festzustellen war.

Der vorliegende Gesetzentwurf zum Arbeitsrecht (vgl. Editorial) sieht auch eine Entschädigungsfestlegung in Monaten vor, wie dies bereits durch die Macron-Gesetze erfolgen sollte, aber am Verfassungsgericht scheiterte. Die neue Tabelle, die nur für Klein- und Mittelunternehmen („PME“) gelten soll, liegt unter den bisherigen Rechtsprechungswerten. So sollen Mitarbeiter je nach Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit folgende Entschädigungen erhalten:

Betriebszugehörigkeit und Entschädigung

  • 2 bis 5 Jahre: 16 Monatsgehälter
  • 6 bis 10 Jahre: 19 Monatsgehälter
  • 11 bis 20 Jahre: 12 Monatsgehälter
  • > 20 Jahre: 15 Monatsgehälter

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