Verwarnung durch eine Email

Nochmalige Benutzung derselben Gründe ist unzulässig

Eine Arbeitnehmerin war wegen schwerer Fehler entlassen worden. Sie widersprach dieser Entlassung und machte geltend, die ihr vorgeworfenen Fehler würden Vorgänge betreffen, für die sie bereits im Rahmen einer Email verwarnt worden wäre.

Das angerufene Kassationsgericht folgte mit Urteil vom 9. April 2014 der Einlassung der Arbeitnehmerin: Sämtliche Maßnahmen, mit Ausnahme einer verbalen Äußerung, die gegenüber einem Arbeitnehmer anlässlich eines fehlerhaften Verhaltens ergriffen werden, stellen – soweit sie seine Position, seine Karriere, seine Entlohnung im Unternehmen in Mitleidenschaft ziehen – ihm gegenüber eine Bestrafung dar.

Für das Kassationsgericht stellte eine Email, in der der Arbeitnehmerin fehlerhaftes Verhalten hinsichtlich der Regeln und der internen Abläufe des Unternehmens vorgeworfen wurden, eine Verwarnung dar. Insbesondere dann, wenn – wie im vorliegenden Sachverhalt – die Mitarbeiterin noch ausdrücklich aufgefordert wurde, die bestehenden Vorschriften einzuhalten und ihre Verhaltensweise zu ändern. Für die Entlassung konnten damit dieselben Gründe nicht nochmals herangezogen werden.

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Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von COFFRA. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er COFFRA. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die COFFRA heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.