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Unzureichende Beschäftigung von Senioren

Mai 13, 2008 | DiagnosticNews

Verzweifelte Anstrengungen des Gesetzgebers

 

Die vom Arbeitgeber initiierte Pensionierung wird teuerer

 

Der Beschäftigungsgrad der Arbeitnehmer zwischen 55 und 64 Jahren liegt in Frankreich bei 38,1 % (Stand 2006) gegenüber dem Durchschnittssatz von 43,6 % in der EU, und der Abstand erhöht sich weiterhin. Um das europäische Ziel (50 % in 2010) zu erreichen, muss Frankreich in den nächsten Jahren ca. 1 Million zusätzliche Senioren einstellen. Seit 2003 versucht der Gesetzgeber bisher vergeblich den Trend umzukehren.

 

Mit dem Gesetz zur Finanzierung der Sozialversicherung 2008 („loi de financement de la sécurité sociale pour 2008“) wird ein neuer Anlauf unternommen. Dabei geht es im Wesentlichen um zwei Maßnahmen:

  •  Erhöhung der bereits bestehenden Abgabe für in den Vorruhestand („préretraite“) geschickte Arbeitnehmer
  •  Einführung einer Sonderabgabe auf Pensionsabfindungen.

 

Bereits seit 2003 besteht eine Abgabe für den Arbeitgeber in Höhe von 24,15 %, die sich auf den Zahlungen der Vorruhestandsregelung errechnet. Der Satz wurde nunmehr auf 50 % erhöht und betrifft alle ab dem 11. Oktober 2007 effektiv beginnenden Frührenten, unabhängig vom zeitlichen Abschluss des ihm zugrunde liegenden Vertrages.

 

Des Weiteren wird eine neue Sonderabgabe auf jede einseitige, durch den Arbeitgeber ausgelöste Pensionierung, die auch Arbeitnehmer, die älter als 65 Jahre sind, betrifft, eingeführt. Der Abgabesatz beträgt zunächst für die Periode 11. Oktober 2007 bis 31. Dezember 2008 25 %, danach erhöht er sich auf 50 % und betrifft sämtliche Zahlungen und Abfindungen, die im Rahmen der Versetzung in den Ruhestand geleistet werden.

 

Die Erhöhung der „Bestrafung“ für die vorzeitige Entsendung in den Rentenstand kommt nicht unerwartet. In der Vergangenheit wurden viele Entlassungspläne zu Lasten der Rentenkasse durch die Einleitung des Vorruhestandes finanziert – dies wird in Zukunft noch teurer werden. Die zweite Maßnahme des Gesetzes, die Einführung einer Abgabe für durch den Arbeitgeber initiierte Pensionierungen, ist etwas differenzierter zu sehen. Das dabei anvisierte Ziel – Erhöhung bzw. Sicherung der Anzahl der Arbeitsplätze von Senioren – wurde bereits durch die viele Jahre geltende Delalande-Abgabe, die erst Anfang 2007 abgeschafft wurde, verfehlt. Es hatte sich nämlich herausgestellt, dass die bestehenden Arbeitsplätze vielleicht gesichert, dafür aber keine neuen mehr geschaffen wurden. Durch die neue Abgabe, die ebenfalls zu einer Erhöhung der Kosten für die Beendigung von Seniorenverträgen führt, könnte die gleiche, dissuasive Wirkung der „Delalande“ eintreten, d.h. eine weitere Hemmschwelle für die Neueinstellung von arbeitslosen Senioren begründen.

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