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Steuerliche Behandlung von Konzeptionskosten für Prototypen

Sep 3, 2020 | DiagnosticNews, Steuerrecht

Aktivierungswahlrecht

Grundsätzlich ist ein Unternehmen frei in seiner Wahl, die Betriebsausgaben für wissenschaftliche oder technische Entwicklungsvorhaben zu aktivieren oder im Jahr, in dem sie anfallen, sofort im Aufwand zu erfassen. 

Der zugrundeliegende Sachverhalt betrifft eine Gesellschaft, deren Geschäftstätigkeit in der Gestaltung und dem Verkauf von chirurgischen Implantaten und Hilfsvorrichtungen bestand. Die Gesellschaft aktivierte die Betriebskosten, die auf die von einem Drittunternehmen fakturierten Herstellungskosten für die von diesem entwickelten Prototypen anfielen. Die Betriebskosten, die für die eigenen Konzeptionskosten anfielen, wurden hingegen von ihr sofort im Aufwand verbucht. 

Die Finanzverwaltung lehnte die aufwandsmäßige Erfassung der letzteren Kosten ab. Als Begründung führte sie an, dass das Unternehmen mit der Aktivierung der Herstellungskosten für die Prototypen sein Wahlrecht gemäß Artikel 236.1 des Steuergesetzbuches („CGI“) ausgeübt habe. Danach ist eine unterschiedliche buchhalterische Behandlung hinsichtlich der Betriebskosten für das gleiche Entwicklungsprojekt nicht mehr möglich. 

Das Berufungsgericht („CAA Lyon“ – „Cour Administrative d’Appel“) verwarf mit Urteil vom 4. Juni 2020 die Analyse der Steuerverwaltung. Danach können die Betriebskosten, die für den Erwerb der Prototypen bei dem Drittunternehmen anfallen, nicht zur Anwendung von Art. 236.1 des „CGI“ führen. Diese Kosten sind vielmehr von denen, die die Gesellschaft für diese Prototypen erbrachte, zu trennen. Einer unterschiedlichen buchhalterischen Behandlung steht demnach nichts im Wege. Die Gesellschaft konnte damit die eigenen Konzeptionskosten sofort im Aufwand erfassen. 

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