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Staatsunternehmen sind besonders schlechte Zahler

Okt 30, 2019 | Aktuell, DiagnosticNews

Der Stromerzeuger EDF wurde mit der bisherigen Höchststrafe belegt

Die staatliche Behörde („DGCCRF“), der u.a. die Überwachung der gesetzlichen Zahlungsziele unterliegt, verhängte über den zu 83% staatlich kontrollierten Monopolisten EDF wegen eines entsprechenden Verstoßes die Rekordstrafe von 1,8 Mio. €. Die Höhe der Strafe stand nach Ansicht der Behörde in einem angemessenen Verhältnis zu den angesammelten Geldmengen, die durch die säumigen Zahlungen bei EDF entstanden. 

Nach einer staatlich durchgeführten Analyse der Periode März 2017 bis August 2017 wurden 3.452 Unternehmen, die Forderungen in Höhe von 38,4 Mio. € besaßen, mit Verspätungen bezahlt. Nur 10% der im untersuchten Zeitraum betroffenen Rechnungen wurden zeitgerecht beglichen. 

EDF war noch 2015 mit einer besonderen Auszeichnung für seine nachhaltige und ausgeglichene Zahlungsweise gegenüber seinen Lieferanten honoriert worden. Dieses Label wurde EDF nunmehr ebenfalls entzogen. 

Nach den amtlichen Untersuchungen sind es insbesondere die Großunternehmen, die am häufigsten die bestehenden Regelungen, d.h. 60 Tage nach dem Rechnungsausstellungsdatum – für die Unternehmen der öffentlichen Hand sind es nur 30 Tage – oder 45 Tage nach dem Monatsende der Auslieferung, missachten.

Jedes zweite Großunternehmen bezahlt seine Lieferanten mit einer zeitlichen Zahlungsüberschreitung. Dies ist auch ein wesentlicher Grund für die angespannte Finanzsituation von jedem vierten Kleinunternehmen („PME“), denen damit ein Betriebskapital laut der Behörde von 19 Mrd. € entzogen wird. 

Um diesem Missstand entgegenzutreten, waren durch das Gesetz Loi Sapin II bereits in 2016 hohe Strafen, die sich von 375.000 € auf maximal 2 Mio. € belaufen können, verordnet worden. Durch das „Loi Pacte“ vom Mai 2019 wurde eine zusätzliche Maßnahme „Name and Shame“, die durch Benennung des schlechten Zahlers diesen anprangern soll, eingeführt. 

Mehrere große Gruppen, darunter auch renommierte internationale Konzerne wurden in der Vergangenheit zu Strafen von 375.000 € verurteilt. Die bisher höchste Bestrafung unter dieser Kategorie entfiel auf eine Tochtergesellschaft des deutschen Unternehmens Heidelberger Zement in Höhe von 675.000 €.

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