Sanktionen bei Zahlungsüberschreitungen

Formalitäten und Konsequenzen

Angabe der Zinshöhe und der Inkassopauschale

Die Unternehmen müssen sowohl in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) als auch auf ihren Rechnungsformularen den Zinssatz für Zahlungsfristüberschreitungen und die Pauschalgebühr für Inkassokosten (pro Rechnungsbetrag), die gesetzlich auf 40 € festgelegt wurde, angeben. Der Zinssatz muss mindestens dem Dreifachen des gesetzlichen Zinssatzes (2013: 0,12%) entsprechen. Wenn kein Zinssatz angegeben wird, kommt der im Handelsgesetzbuch („Code de Commerce“) festgelegte Satz zur Anwendung: Satz der BCE, der um 10 Prozentpunkte zu erhöhen ist.

Soweit die obigen Angaben nicht erfüllt werden, macht sich das Unternehmen strafbar. Sowohl die Verzugszinsen als auch die Inkassopauschale unterliegen der Mehrwertsteuer. Die oben ermittelten Ansprüche sind fällig und können ohne nochmalige Zahlungsaufforderung eingeklagt werden.

Steuerliche/handelsrechtliche Behandlung

Die Verzugszinsen und Inkassopauschalen sind erst bei Zahlungseingang zu versteuern. In der Praxis wird handelsrechtlich, obwohl die Theorie eine weitaus kompliziertere Buchungsweise vorsieht, in gleicher Weise verfahren.

Pflichten des Abschlussprüfers („CAC“)

Die prüfungspflichtigen Unternehmen müssen in ihrem Lagebericht die nach Fälligkeit aufgeteilten Lieferantenverbindlichkeiten im Zweijahresvergleich angeben. Hierüber hat der „CAC“ in seinem Bericht zu befinden. Bei Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern und mehr als 50 Mio. € Umsatz ist er verpflichtet, soweit signifikante, wiederholte Zahlungsüberschreitungen vorliegen, das Finanzministerium zu informieren.

Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von COFFRA. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er COFFRA. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die COFFRA heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.