Berechnung auf der Basis der Einstandskosten

Wenn ein Unternehmen beim Verkauf seiner Produkte Einkaufsgutscheine, die bei einem späteren Kauf des gleichen Produktes angerechnet werden können, verteilt, so kann es hierfür bereits im Geschäftsjahr des Verkaufs eine Rückstellung für den Aufwand, der aus einer späteren Einreichung der Gutscheine entsteht, bilden.

Diese Handhabung entspricht der geltenden Rechtsprechung des obersten Verwaltungsgerichts („Conseil d’Etat“). Die Regelung gilt auch für die Auswirkungen aus „Treueprogrammen“, bei denen die Kunden erst nach der Realisierung von mehreren Einkäufen bzw. eines bestimmten Volumens einen erhaltenen Gutschein einlösen können.

In der vorliegenden Entscheidung, die dem Verwaltungsgericht Montreuil – Urteil vom 1. Juni 2015 – vorlag, hatte ein Unternehmen ein Treueprogramm eingerichtet, bei dem der Kunde einen Gutschein über 15 € erhielt, der in allen Geschäften der Kette bei einem Gesamteinkauf von 300 € angerechnet werden konnte. Das Unternehmen hatte auf der Basis des Gutscheinwertes einen Umwandlungs- sowie einen Einbringungssatz errechnet und hierfür eine Rückstellung gebildet.

Die Finanzverwaltung bejahte grundsätzlich die Rückstellungsbildung, verneinte jedoch die vorgenommene Berechnungsweise. Danach durfte nicht der gesamte Gutscheinwert, sondern nur der um die Handelsspanne verminderte Wert als Rückstellungsbasis zugrunde gelegt werden. Damit musste die Handelsspanne, die auf 54,2% geschätzt worden war, dem steuerlichen Ergebnis wieder hinzugerechnet werden.

Das Verwaltungsgericht Montreuil bestätigte die Auffassung der Finanzverwaltung und berief sich dabei auf die bestehenden handelsrechtlichen Regeln, die eine Rückstellungsbildung nur auf der Basis der Einstandskosten zulässt.

Eine andere Lösung wäre nur möglich, wenn der gewährte Gutschein in Bargeld rückerstattbar gewesen wäre.