Regierung will Kaufkraft stärken

Frankreichs Wachstumsmotor soll angekurbelt werden

Zwei Wochen Streik im Herbst 2007 haben die Konsumfreudigkeit der Franzosen gedämpft. Die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten bei nur mäßigen Lohnerhöhungen haben den lauten Ruf nach mehr Kaufkraft unterstützt. Die Regierung befindet sich im Zugzwang. Kurz vor Weihnachten wurde hierzu ein umfangreiches Maßnahmenpaket verabschiedet. Es bleibt abzuwarten, inwieweit diese Maßnahmen in 2008 zur Stärkung der Kaufkraft beitragen werden. Hohe Lebenshaltungskosten und Unsicherheiten an den Finanzmärkten tun ihr Übriges. Der französische Präsident sorgt sich nun um die Konjunktur und hat die Stärkung der Kaufkraft zur neuen Chefsache erklärt. Kurz vor Weihnachten wurde daher auch ein weiteres umfangreiches Maßnahmenpaket verabschiedet.

Im einzelnen sieht das neue Gesetz vor, dass:

  • die vom Arbeitnehmer nicht genutzten, so genannten RTT-Tage („réduction du temps de travail“) vom Unternehmen zurückgekauft werden können. Bei den RTT-Tagen handelt es sich um zusätzliche freie Tage (in der Regel 10 bis 15 pro Jahr), die seit Einführung der gesetzlich vorgeschriebenen 35-Stunden-Woche die Arbeitszeitverkürzung ermöglicht, ohne die effektiv erbrachte Wochenarbeitszeit einzuschränken.
  • die gesetzliche Arbeitnehmergewinnbeteiligung „Participation“ in Höhe von maximal 10.000 EUR vorzeitig ausgeschüttet werden kann. Bisher war die „Participation“ mindestens fünf Jahre blockiert, bevor sie an die Arbeitnehmer ausgezahlt werden konnte.
  • ein einmaliger, von der Sozialversicherung befreiter Sonderbonus bis zu 1.000 EUR pro Mitarbeiter durch Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern ausgezahlt werden kann. Voraussetzung hierfür ist jedoch der Abschluss einer die gesamte Belegschaft betreffenden Betriebsvereinbarung.
  • die Mieterhöhungen zukünftig an die Inflation indexiert werden. Bisher waren sie an die Entwicklung der Kosten in der Bauindustrie gekoppelt.
  • die bei Abschluss von privaten Mietverträgen üblicherweise zu leistenden Kautionen höchstens einen Monat betragen dürfen. Bisher war eine Mietkaution von zwei Monaten oft die Untergrenze.

Mehr zu Coffra: www.coffra.de

DiagnosticNews bestellen: www.coffra.com/GoAd

Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von COFFRA. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er COFFRA. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die COFFRA heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.