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Quellenbesteuerung von Dividenden

Jan 11, 2008 | Aktienrecht, DiagnosticNews

Die französische „Abgeltungsteuer“ als Wahlrecht

Das Jahressteuergesetz („Loi de Finances“) 2008 sieht vor, dass Dividendeneinkünfte von natürlichen Personen, wie dies bereits für Zinserträge geschieht, direkt von dem auszahlenden Unternehmen versteuert werden. Hierzu bedarf es jedoch der Zustimmung des Begünstigten. Der zu berücksichtigende Quellensteuersatz soll sich auf 18% der Bruttodividende belaufen.

Bisher wurden die Dividenden, nachdem sowohl das Steuergutschriftensystem („avoir fiscal“) als auch das Halbeinkünfteverfahren aufgegeben worden waren, in Höhe von 60% vom Empfänger mit dessen Einkommensteuersatz versteuert. Für Steuerpflichtige, die einem Maximalsatz von 30% unterliegen, ergibt sich hieraus eine effektive Dividendenbesteuerung von 16,20%. Bei Steuerpflichtigen, die dem derzeit höchsten Einkommensteuersatz von 40% unterliegen, beläuft sich die entsprechende Belastung auf 21,68%. Es besteht nur für diese Einkommensteuerstufe ein finanzielles Interesse für die neue Quellenbesteuerung von Dividendenerträgen. Danach würden Dividendenzahlungen in Höhe von 100.000 EUR nach dem neuen Verfahren um 3.680 EUR geringer besteuert als bisher.

Der für das neue System optierende Dividendenempfänger muss jedoch auf einen bisher bestehenden Zinsvorteil verzichten. Die Quellenbesteuerung erfolgt nämlich bereits mit Auszahlung der Dividenden, wogegen die alte Regelung die Besteuerung mit einer Zeitverschiebung von einem Jahr bei der Abgabe der Steuererklärung vorsieht.

Von der Reform bleibt die Dividendenbesteuerung von Steuerausländern unberührt. Hier gilt für natürliche Personen aus der Europäischen Union weiterhin eine direkte Quellenbesteuerung von 25%, die z.B. für deutsche Steuerpflichtige bei Einreichung eines vom zuständigen deutschen Finanzamt testierten Formulars auf 15% reduziert wird.

Die französische „Abgeltungsteuer“ wird sicherlich aus den dargelegten Gründen nur einen begrenzten Erfolg erzielen. Die ursprünglich vorgesehene Pauschalbesteuerung von 16%, die einen wesentlich größeren Interessenkreis angesprochen hätte, musste auf Druck der öffentlichen Meinung zurückgenommen werden.

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