Haftung des Geschäftsführers

Eine GmbH („SARL“) war von einer Grundstücksgesellschaft („SCI“) mit dem Bau von fünf Chalets beauftragt worden. Nachdem einige Schwierigkeiten beim Bau eines der Chalets eingetreten waren, wurde festgestellt, dass die GmbH die obligatorische, über zehn Jahre laufende Bauschädenversicherung („assurance décennale“) nicht abgeschlossen hatte. Nachdem das Liquidationsverfahren über die GmbH eingeleitet worden war, versuchte die „SCI“ die persönliche Verurteilung des Geschäftsführers zum Ersatz des gesamten angefallenen Schadens zu erreichen. Das angerufene Gericht stellte zunächst fest, dass der Geschäftsführer, der den Abschluss der „Décennale“ unterließ, vorsätzlich eine unerlaubte Handlung, die ein Strafdelikt darstellte, begangen hatte. Diese unerlaubte Handlung ist, so das Gericht, losgelöst von seiner Tätigkeit in seiner rechtlichen Funktion als Geschäftsführer ausgeführt worden. Die persönliche Haftung des Mandatsträgers liegt damit vor.

Der Geschäftsführer wurde zur Zahlung eines Schadensersatzes in Höhe von 329.000 € verurteilt. Das Kassationsgericht bestätigte mit Urteil vom 10. März 2016 die Entscheidung des Vorgerichts.