Diagnostic News

Erfolg in Frankreich –
Informationen aus dem
französischen Wirtschaftsleben

Informiert jeden Monat aktuell.

  1. Home
  2.  | 
  3. DiagnosticNews
  4.  | 
  5. Arbeitsrecht
  6.  | Kündigung wegen bestehender Uneinigkeiten mit dem Arbeitnehmer

Diagnostic News

Kündigung wegen bestehender Uneinigkeiten mit dem Arbeitnehmer

Okt 1, 2020 | Arbeitsrecht, DiagnosticNews

Kein ausreichender Entlassungsgrund

Uneinigkeit stellt grundsätzlich kein fehlerhaftes Verhalten dar. Wenn sie für eine Kündigung herangezogen wird, ergibt sich hieraus auch keine disziplinarische Berechtigung. Der Arbeitgeber kann nur die Konsequenzen aus dem oppositionellen Verhalten des Arbeitnehmers, das ihm die Fortführung eines Arbeitsverhältnisses unmöglich macht, ziehen. Eine disziplinarrechtliche Entlassung, die nur auf einer bloßen Uneinigkeit („mésentente“) beruht, ist deshalb als eine unberechtigte Vertragsaufhebung zu betrachten. 

Das Urteil des Kassationsgerichtes vom 8. Juli 2020 beleuchtete diese Problematik: Ein Arbeitgeber entließ die Geschäftsführerin einer Apotheke mit dem persönlichen Motiv des Vorliegens von Unstimmigkeiten zwischen ihr und ihrem Arbeitgeber. In dem Kündigungsschreiben wurde jedoch die seit Monaten praktizierte Verschleppungstaktik der Arbeitnehmerin, ihre beharrliche Verweigerung, auf Anfragen des Arbeitgebers zu antworten, sowie ihre eigenwillige Opposition gegenüber der Direktion angeführt. Eine solche Reihe von Vorwürfen zeigte, dass es sich um viel mehr als nur eine bloße Uneinigkeit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber handelte. Es hätte deshalb vom Arbeitgeber eine verhaltensbedingte Kündigung ausgesprochen werden müssen. Die im vorliegenden Fall auf einer bestehenden Uneinigkeit geltend gemachte Entlassung war daher ohne berechtigten Grund erfolgt und infolge ungültig. 

Diagnostic News nach Themen sortiert:


Für Sie nach speziellen Steuer- und Rechtsthemen sortiert:

Diagnostic News Archiv


Alle Ausgaben von Diagnostic News zum Download als PDF