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Keine Rückstellung mehr für Abschlussprüfung

Dez 6, 2007 | Bilanzrecht, DiagnosticNews

Stellungnahme der französischen Wirtschaftsprüferkammer

Die gesetzliche und freiwillige Abschlussprüfung, aber auch die entsprechende Steuerberatungstätigkeit erstrecken sich sowohl über das laufende Geschäftsjahr als auch insbesondere auf den Bilanzstichtag, wobei ein Großteil dieser Arbeiten zu Beginn des neuen Geschäftsjahres ausgeübt wird.

Bisher war es allgemeine Praxis, den gesamten Prüfungs- und Beratungsaufwand zurückzustellen. Es erhebt sich neuerdings hierzu die Frage, ob eine entsprechende Rückstellung mit den neuen französischen Rechnungslegungsregeln, die im Wesentlichen auf den Grundsätzen der internationalen IFRS-Standards aufbauen, im Einklang steht.

Die Kammer der französischen Abschlussprüfer („Compagnie Nationale des Commissaires aux Comptes“ – CNCC) lehnte in einer neueren Stellungnahme eine entsprechende Rückstellung ab. Danach würde es den bestehenden Bilanzierungsregeln zur Bildung von Rückstellungen widersprechen, die Kosten, die für noch zu erbringende Dienstleistungen getätigt werden und das laufende Geschäftsjahr betreffen, zu antizipieren und entsprechend zu verbuchen. Der CNCC führte des Weiteren aus, dass grundsätzlich Honorare für Leistungen, die noch nicht vollzogen wurden, den neuen Definitionen und Kriterien für die Voraussetzung einer Rückstellungsbildung widersprächen. Dies ist der Fall für Kosten von Abschlussprüfungen, die nach dem Bilanzstichtag durchgeführt werden.

In der Praxis werden sich in aller Regel hieraus gewisse Abgrenzungsprobleme ergeben; es ist nämlich bei dem Gesamtpaket Abschlussprüfungshonorare zwischen den Kosten zu unterscheiden, die vor und nach dem Bilanzstichtag erbracht werden. Nur für die letzteren könne laut CNCC keine Rückstellung mehr gebildet werden. Soweit bereits Vorschüsse für den noch anfallenden Arbeitsaufwand nach dem Bilanzstichtag getätigt wurden, wären damit entsprechende aufwandsentlastende Buchungen vorzunehmen.

Die Stellungnahme des CNCC hat bisher noch keinen verbindlichen Charakter. Es ist deshalb derzeit auch offen, inwieweit sich die Finanzverwaltung/steuerliche Rechtsprechung dieser Ansicht anschließen wird. Dabei ist jedoch zu erwähnen, dass die steuerlichen Vorschriften zur Rückstellungsbildung weitgehend mit den IFRS-Prinzipien übereinstimmen.

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