Keine Berufung auf Garantieeinschränkung

Ein Transportunternehmen verpflichtete sich zur Beförderung einer Zigarettenladung. Noch vor Antritt des Transports der Waren wurde der beladene Lastwagen in den Räumen des Transporteurs gestohlen. Aus den Untersuchungen ergab sich eindeutig, dass ein Arbeitnehmer des Unternehmens Einzelheiten über die Zigarettenladung an einen unbekannten Dritten übergeben hatte und dies als ursächlich für den Diebstahl anzusehen war.

Der angerufene Kassationsgerichthof – Urteil vom 4. Juni 2013 – erblickte in dem Verhalten des Transportunternehmens einen schweren Fehler („faute lourde“). Es hätte in Anbetracht der „sensiblen“ Warenladung seinen Arbeitnehmer darauf hinweisen und zum Stillschweigen verpflichten müssen. Das Transportunternehmen, das dieser Verpflichtung nicht nachkam, war damit zur Entschädigung des gesamten eingetretenen Schadens verantwortlich. Eine Begrenzung auf die vertraglich vereinbarte, limitierte Haftungshöhe schied deshalb aus.