Pfändung in dessen Privatvermögen

Die Fehler aus einer mangelhaften Geschäftsführung können bei dem verantwortlichen Unternehmensleiter zu gravierenden Folgen führen. Es sei daran erinnert, dass er – wenn das Gericht zu der Auffassung kommt, dass seine Fehler zur Insolvenz führten – zur finanziellen Haftung herangezogen werden kann. Eine entsprechende Klage kann bereits vor Eröffnung des Liquidationsverfahrens gegen ihn eingeleitet werden.

Auf der Basis des Gesetzes 2012-346 vom 12. März 2012 kann nun der Präsident des zuständigen Handelsgerichts – soweit eine Haftungsklage gegen den Unternehmensleiter geltend gemacht wurde – eine vorbeugende Pfändung von dessen Privatvermögens anordnen.
Hierzu liegt nunmehr das Durchführungsdekret 2012-1190 vom 25. Oktober 2012 vor, das einige Schutzvorkehrungen zugunsten des gepfändeten Unternehmensleiters vorsieht. So ist zunächst der Pfändungsumfang auf den geltend gemachten Schadensersatz einschließlich der Zinsen beschränkt. Des Weiteren erlaubt das Dekret, im Falle der Anordnung eines sofortigen, wenn auch vorläufigen Vollzuges („exécution provisoire”) der Pfändung, den Verkauf der gepfändeten Gegenstände unter Berufung auf die exzessiven Folgen, die sich hieraus ergeben würden, zu stoppen. Eine solche Konstellation könnte sich dann ergeben, wenn im reinen Pfändungsverfahren trotz Einlegung der Berufung durch den Beklagten, der Verkauf des Pfandgutes durchgeführt wird.