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„Going Concern“ in Krisenzeiten

Sep 2, 2009 | Bilanzrecht, COFFRA News, DiagnosticNews

Folgen für den Jahresabschluss der französischen Tochtergesellschaft

Das „Going-Concern“-Prinzip ist Bestand teil der internationalen Rechnungslegungsstandards: Soweit die Fortführung einer Gesellschaft nicht gesichert erscheint, sind im Jahresabschluss die Bilanzpositionen zum Liquidationswert anzusetzen.

Selbstverständlich ist dieser Grundsatz auch bei der französischen Tochtergesellschaft einzuhalten. Oft wird jedoch, insbesondere von Seiten der Muttergesellschaft, der notwendigen Einzelwertbetrachtung der Tochter nicht die erforderliche Aufmerksamkeit gewidmet. So wird häufig auf die wirtschaftlich angebrachte Eigenkapitalausstattung verzichtet, was in Verlustperioden leicht zu den rechtlich unangenehmen Folgen der Unterkapitalisierung (Beispiel: Verlust von mehr als 50% des Eigenkapitals) führen kann. Des Öfteren wird auch die Einräumung eigener Bankkreditlinien bei der Tochter versäumt.

Wenn nun in Zeiten der Krise die Ertragslage einbricht und auch die Zukunftsperspektiven äußerst unsicher werden, erhebt sich in solchen Fällen die Frage der Fortführungsstabilität des Tochterunternehmens. Die Antwort kann jedoch nur im Zusammenhang mit der Mutter gegeben werden.

Der französische Abschlussprüfer, der den gleichen Obligationen wie sein deutscher Kollege unterliegt, wird sich in einer solchen Situation der Gefährdung des Weiterbestandes der Tochterfirma deshalb an die Muttergesellschaft wenden. Dabei wird er in der Regel um eine Bestätigung bitten, in der die Unterstützung der Tochter zumindest für die Dauer eines Jahres zugesichert werden soll.

Soweit eine solche Garantieerklärung nicht erteilt wird und auch keine anderen Lösungen vorgelegt werden, die die Fortführung der Tochtergesellschaft gewährleisten, kann der Jahresabschluss nicht testiert werden.

Die Forderung des französischen Abschlussprüfers („CAC“) beruht auch noch auf einer anderen Gesetzesgrundlage, nämlich der sogenannten „procédure d’alerte“. Diese Maßnahme ist grundsätzlich vom „Commissaire aux Comptes“ immer dann einzuleiten – also auch unterjährig –, wenn das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gerät und damit der Fortbestand der Gesellschaft gefährdet erscheint.

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