Gleichbehandlung zwischen weiblichen und männlichen Mitarbeitern im Unternehmen

Kommunikation anhand einer hierzu ermittelten Indexzahl

Wir berichteten bereits in unserer Ausgabe vom April 2019 (DiagnosticNews Nr. 157) von den neuen Verpflichtungen des Gesetzes vom 5. September 2018, wodurch eine weitgehende Gleichbehandlung der weiblichen und männlichen Mitarbeiter in einem Unternehmen erreicht werden soll. 

Das Gesetz schreibt hierzu die Ermittlung einer Indexzahl vor, die sich bei Erfüllung von fünf verschiedenen Kriterien maximal auf 100 belaufen kann. Die Unternehmen sind dabei verpflichtet, sich anhand der fünf Kriterien selbst zu bewerten und die sich dabei ergebende Indexzahl auf der Firmenwebseite zu veröffentlichen und an die Arbeitsaufsichtsbehörde zu melden. Dieser Übung mussten sich die Gesellschaften mit mehr als 1.000 Mitarbeitern erstmalig zum 1. März 2019 unterziehen. Soweit sich die Arbeitnehmerzahl zwischen 250 und maximal 1.000 bewegte, war von den betroffenen Unternehmen eine Veröffentlichung der ermittelten Indexzahl zum 1. September 2019 erforderlich. Zum 1. März 2020 sind nunmehr auch die Unternehmen mit Arbeitnehmern zwischen 50 und 250 Personen verpflichtet, die neue Gesetzesbestimmung einzuhalten. 

Zur Erinnerung sind nachstehend die Inhalte der fünf Kriterien und die ihnen maximal beizumessenden Punkte je nachdem, wie weit eine Gleichbehandlung zwischen den weiblichen und männlichen Mitarbeitern im Unternehmen besteht, aufgeführt: 

Maximal-Punktzahl:

40Gleichbehandlung bei der Vergütung bei gleichem Posten und gleichem Alter
20Gleichbehandlung bei individuellen Gehaltserhöhungen
15Gleichbehandlung bei der Beförderung
15Gehaltsanpassungen nach Rückkehr aus Mutterschaftsurlaub
10Gehaltsanpassungen nach Rückkehr aus Mutterschaftsurlaub
100
Anzahl der Frauen unter den zehn höchstbezahlten Gehaltsempfängern, soweit sich unter diesen mindestens vier Frauen befinden

Soweit die veröffentlichte Indexzahl unter der Punktzahl 75 liegt, wird eine Dreijahresfrist gewährt, um sie zu erreichen. Bei Nichterfüllung innerhalb dieser Frist drohen hohe Strafen, die sich auf bis zu 1% der gesamten Gehaltssumme des Unternehmens belaufen können. 

Für die Unternehmenskategorie 50 bis 250 Mitarbeiter wurde auf einer Webseite des Arbeitsministeriums ein Simulator zur Errechnung der Indexzahl eingerichtet. 

Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von COFFRA. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er COFFRA. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die COFFRA heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.