Gleichbehandlung von Frauen und Männern im Unternehmen

Eine Bilanz per 1. März 2020

Alle Unternehmen mit mindestens 50 Mitarbeitern waren zum 1. März 2020 verpflichtet, ihren sogenannten „professionellen Gleichbehandlungsindex“ zu veröffentlichen. Wir berichteten bereits mehrfach in den DiagnosticNews darüber. Das dabei zu ermittelnde Ergebnis – mit einer Höchstnote von 100 – soll erlauben, einen Stand über die Gleichbehandlung in den jeweiligen Unternehmen zwischen Frauen und Männern bei den Gehaltsbezügen abzugeben. 

Es handelt sich bei der Veröffentlichung der Indexzahlen zum 1. März 2020 um eine Premiere bei den Unternehmen mit 50 bis maximal 250 Beschäftigten. Die Gesellschaften mit mehr als 250 Belegschaftsmitgliedern hatten ihre Ergebnisse bereits in 2019 zu publizieren. Die Veröffentlichung der Indexzahl muss durch das jeweilige Unternehmen auf dessen Internethomepage erfolgen. 

Das Arbeitsministerium informierte darüber hinaus die Öffentlichkeit über die Ergebnisse der Unternehmen mit mehr als 1.000 Arbeitnehmern. Nach dem Communiqué des obigen Ministeriums ergab sich für diese Unternehmen in 2020 eine durchschnittliche Note von 87, gegenüber 83 in 2019. Diese Verbesserung darf jedoch nicht über den Fortbestand weiterbestehender Ungerechtigkeiten hinwegtäuschen, insbesondere bei der Unterbesetzung von Frauen in den Direktionspositionen. In jedem zweiten Unternehmen befinden sich mindestens neun Männer in den zehn höchstbezahlten Positionen. 

Bei den Unternehmen mit zwischen 250 und 1 000 Arbeitnehmern ergab sich eine Durchschnittsnote von 85 (82 im Vorjahr) und bei den kleineren Unternehmen mit zwischen 50 und 250 Arbeitnehmern eine zum ersten Mal ermittelte Durchschnittsnote von 83. 

Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von COFFRA. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er COFFRA. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die COFFRA heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.