Konfliktsituation unter Gesellschaftern

Tritt Uneinigkeit unter den Gesellschaftern einer Personengesellschaft („Société en nom collectif“, „SNC“) auf, kann dies zu deren gerichtlicher Auflösung führen. Dies ist sogar eine unvermeidliche Folge, wenn die bestehenden Umstände in der „SNC“ es unmöglich machen, gemeinsame Entscheidungen durchzuführen und die Gesellschaft in ihrem normalen Betriebsablauf völlig lahmlegen.

In der Entscheidung des Kassationsgerichtshofes vom 10. September 2013 beruhte die von Gerichts wegen angeordnete Auflösung auf folgenden Umständen:

– Trotz Intervention des vorübergehend bestellten Verwalters („administrateur“) waren die Jahresabschlüsse der vier zurückliegenden Jahre nicht genehmigt worden.
– Seit mehreren Monaten war kein Geschäftsführer mehr bestellt und die Bankkonten gesperrt.
– Seit mehreren Jahren war keine Entscheidung mehr über die Geschäftspolitik der „SNC“ getroffen worden.
– Tiefgehende familiäre Abneigungen und gegenseitige Unterschlagungsbeschuldigungen bei identischen Kapitalanteilen verhinderten eine Lösung der Konfliktsituation unter den Gesellschaftern.