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Französische Börsenunternehmen zahlen zu wenig Körperschaftsteuer

Sep 22, 2011 | DiagnosticNews

Hauptlast liegt bei mittleren und kleinen Firmen

Die 40 größten französischen Börsenunter nehmen („CAC 40“), die Aushängeschilder des Landes, stehen wieder einmal unter starkem Beschuss. Eine Analyse ihrer französischen Körperschaft steuerbelastung, die durch den Steuerausschuss des Parlaments durchgeführt wurde, ergibt, dass sie im Vergleich und unter Berücksichtigung ihrer wesentlich höheren Wirtschaftsergebnisse sowie Aktivität einen prozentual signifikant geringeren Steueraufwand als die Mittel- und Kleinfirmen („PME“) ausweisen. Der Bericht spricht von einem Unterschied von ca. 20 Punkten, der in der Steuerbelastung beider Unternehmensgruppen festzustellen sei.

Aus der Untersuchung, die die Geschäftsjahre 2007 bis 2009 zugrunde legt, geht hervor, dass insgesamt von den 40 „CAC“-Unternehmen für diesen Zeitraum 10 Mrd. € an französischer Körperschaftsteurer gezahlt wurde. Dies entspräche einer durchschnittlichen Steuerbelastung von 86 Mio. € pro Jahr und pro Gruppe und würde ca. 0,4% des jeweils realisierten Umsatzes einer Gesellschaft darstellen. Und dabei wären auch nicht die hohen Forschungssubventionen („crédit d’impôt de recherche“), die von den „CAC“-Unternehmen in Anspruch genommen wurden und die sich auf ca. 500 Mio. € pro Jahr belaufen würden, berücksichtigt.

Eine große Differenz ist auch laut Bericht unter den einzelnen, 40 größten Börsenunternehmen festzustellen, wobei die vier staatsbeteiligten Firmen (wie EDF, GDF Suez, France Telecom und Renault) 40% des Körperschaftsteuervolumens aufbrachten. Als Grund für die relativ geringe Steuerquote der „CAC“- Unternehmen werden im Wesentlichen zwei bestehende Regelungen genannt: die unbegrenzte Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen und die zeitlich unbeschränkte Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen.

Beide Vorschriften, die in Frankreich im Gegensatz zu den meisten anderen wichtigen Wirtschaftsnationen bisher uneingeschränkt genutzt werden könnten, – so die Untersuchung – würden von den Großfirmen in weit größerem Umfang als von den kleinen Gesellschaften in Anspruch genommen. Ein Blick auf die Verschuldung der „CAC“- Unter nehmen würde dies bestätigen.

Der Bericht regt die Limitierung der Abzugsfähigkeit der Schuldzinsen an. Des Weiteren könnte eine Begrenzung der zeitlichen Geltendmachung von Verlustvorträgen ins Auge gefasst werden.

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