Anwendung ab 1. Januar 2014 – Dringender Handlungsbedarf

Für alle Steuerprüfungen von Unternehmen ab dem 1. Januar 2014 ist der Finanzverwaltung die Buchhaltung in papierloser Form zur Verfügung zu stellen. Die Unternehmen werden damit gezwungen, die gespeicherten Unterlagen auf einem maschinell verwertbaren Datenträger („fichier des enregistrements comptables“, „FEC“) der Finanzverwaltung zur Auswertung zu überlassen. Der Inhalt der zu überlassenen Unterlagen ist durch das „FEC“ festgelegt. Er betrifft 18 verschiedene Felder. Die erste wichtige Aufgabe ist es daher, den „Datensatz“, so wie er von der Finanzverwaltung vorgesehen ist, zu ermitteln. Er ist der Finanzbehörde ab der zweiten Besprechung während der Außenprüfung vorzulegen.

Aus der neuen Verpflichtung der Steuerpflichtigen ergibt sich ohne Zweifel eine wesentlich effizientere Steuerprüfung. Der Prüfer kann ein leichteres Auswahlverfahren durchführen, die Übereinstimmung zwischen Buchungen und Steuererklärungen kontrollieren und schließlich die Prüfungsvorgehensweise besser orientieren.

Bei Nichtvorlage der abgespeicherten Buchhaltung auf einen Datenträger sind empfindliche Strafen vorgesehen. Sie können bis zur Verwerfung des gesamten Rechnungswesens und zu einer von Amts wegen festgelegten Pauschalbesteuerung führen.

Die Durchführung der „informatisierten“ Steuerprüfung ist rückwirkend und betrifft mindestens die Geschäftsjahre bis einschließlich 2011. Für Verlustjahre geht die Rückwirkung sogar noch weiter.

Die obige Kommentierung beschränkt sich nur auf einige wesentliche Punkte. Die Notwendigkeit einer intensiven Vorbereitung auf diese neue Etappe der Steuerprüfung ist zu unterstreichen. Es ist davon auszugehen, dass in Zeiten von knappen Haushaltsmitteln die Verwaltung sich die Möglichkeit von häufigeren, aber auch effizienteren Kontrollen nicht entgehen lässt.