Berechtigte Abberufung als Geschäftsführer

Während der Dauer von mehreren Jahren wies das Verrechnungskonto eines Gesellschafters und Mitgeschäftsführers einer berufsrechtlichen GmbH einen negativen Kontostand aus. Er wurde daraufhin von seinem Posten abberufen und von der Gesellschaft ausgeschlossen. Der abberufene Geschäftsführer bestreitet die Rechtmäßigkeit seiner Geschäftsführerabberufung und macht geltend, dass ein negatives Gesellschafterkonto in der Gesellschaft durchaus üblich gewesen wäre.

Das angerufene Gericht verneinte diese Rechtspraxis und die daraus gezogenen Folgerungen: Gemäß Art. L 223-21 des Handelsgesetzbuches („code de commerce“) ist es den Geschäftsführern und Gesellschaftern untersagt, sich von der GmbH („SARL“) einen Kredit im Rahmen eines Verrechnungskontos einräumen zu lassen. Soweit der Geschäftsführer gegen dieses Verbot verstieß, war seine Abberufung berechtigt. Die in der Gesellschaft entgegenstehende praktizierte Handhabung der anderen Geschäftsführer und Gesellschafter ändere dabei nichts an der Rechtslage. So auch das Kassationsgericht mit Urteil vom 27. Mai 2015.