Folgen für das Finanzinstitut

Oftmals wird dem ausleihenden Geldinstitut von Seiten des klagenden Darlehensnehmers vorgeworfen, ihn nicht ausreichend über die Risiken des zugrundeliegenden Finanzgeschäfts informiert zu haben. Aufgrund von zwei neueren Urteilen des Kassationsgerichts vom 4. März und 18. März 2014 obliegt es deshalb dem Gericht festzustellen, ob es sich im jeweiligen Sachverhalt um einen erfahrenen oder aber um einen in Finanzangelegenheiten unkundigen Darlehensnehmer handelt.

Danach kann grundsätzlich ein erfahrener Darlehensnehmer dem Bankinstitut nicht vorwerfen, auf ganz generelle Finanzrisiken nicht aufmerksam gemacht worden zu sein.

Als ein „erfahrener“ Darlehensnehmer wurde im Urteil vom 18. März 2014 angesehen: der Gründer einer Gesellschaft, der zum Zeitpunkt der Darlehensaufnahme leitender Angestellter eines Unternehmens war, das die gleiche Aktivität wie die des erworbenen Fonds ausübte, der die Hälfte der Anteile der sich in Gründung befindenden Gesellschaft hielt und der persönlich am Erwerb des Fonds interessiert war. Als ein „unerfahrener“ Darlehensnehmer hingegen wurde mit Urteil vom 4. März 2014 ein 27-jähriger Geschäftsführer, der keinerlei Vorkenntnisse auf finanziellen und buchhalterischen Gebieten hatte, erachtet. Er kann der Bank vorwerfen, nicht genügend über die allgemeinen Finanzrisiken des zugrundeliegenden Geschäftes informiert worden zu sein.