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Exzessive Zinssätze

Jun 30, 2020 | DiagnosticNews, Steuerrecht

Keine steuerliche Abzugsfähigkeit wegen anormalen Geschäftsgebarens

Eine Grundstücksgesellschaft („SCI“), deren Aktivität den Bau und Verkauf von Wohnungen beinhaltete, belastete in den Geschäftsjahren 2009 bis 2010 ihr steuerliches Betriebsergebnis durch Zinsaufwendungen aus mehreren Darlehen. Die Darlehen mit einer Laufzeit von einem Jahr waren zu einem Zinssatz von 20% von dem Ehegatten einer der drei Gesellschafter und den Verwandten eines anderen Gesellschafters gewährt worden. Die Steuerverwaltung lehnte die Abzugsfähigkeit der Zinsaufwendungen ab. Als Begründung führte sie an, dass den Zinssätzen in Höhe von 20% keine angemessene Gegenleistung gegenübergestanden habe und sie ein anormales Geschäftsgebaren darstellten. Darüber hinaus waren nach Ansicht der Finanzverwaltung die angewandten Zinssätze höher als die in derselben Periode von Bankinstituten praktizierten Sätze, die in den Jahren 2008 bis 2010 auch eine fallende Tendenz zu verzeichnen hatten. 

Das von der „SCI“ geltend gemachte Argument, dass sie aufgrund ihrer finanziellen Engpässe Schwierigkeiten für die Erlangung eines Bankkredits gehabt habe, rechtfertigte nach Auffassung der Steuerverwaltung nicht die Annahmen eines solch hohen Zinssatzes. Darüber hinaus waren die Darlehen für eine Laufzeit von weniger als zwei Jahren gewährt worden. In dieser Periode hatte die „SCI“ hohe Umsätze durch den Verkauf eines Immobilienprogramms realisieren können. Des Weiteren hatte die „SCI“ bei der Rückzahlung von Darlehen desselben Gläubigers, die in vorangegangenen Jahren gewährt worden waren, keine Probleme gehabt.

Die Finanzverwaltung folgerte hieraus, dass in Ermangelung jeglicher Gegenleistungen des Darlehensgebers, die „SCI“ sich gegen ihre eigenen Interessen handelnd ärmer gemacht hätte. Dies rechtfertigte die Hinzurechnung der überhöhten Zinsaufwendungen in das steuerliche Ergebnis der „SCI“. 

Das Oberverwaltungsgericht Versailles bestätigte mit Urteil vom 28. April 2020 die Auffassung der Steuerverwaltung.

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