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Erhebliche Einschränkung der Nutzung von steuerlichen Verlusten

Okt 7, 2011 | DiagnosticNews

Beginn bereits für in 2011 endende Geschäftsjahre

Das zweite Zusatzhaushaltsgesetz für 2011 („2ème loi de finances rectificative pour 2011“), das am 8. September 2011 von den französischen Gesetzgebungsgremien verabschiedet wurde, hat die Nutzung von steuerlichen Verlusten hinsichtlich ihrer Vor-, aber auch Rücktragsfähigkeit erheblich reduziert.

Verlustvortrag
Das bisherige System sah vor, dass bestehende Steuerverluste unbeschränkt sowohl zeitlich als auch der Höhe nach mit zukünftigen Steuergewinnen verrechnet werden konnten. Damit war gegebenenfalls eine völlige Körperschaft-steuerbefreiung eines Geschäftsjahres möglich. Die neue Regelung findet bereits auf Geschäftsjahre, die nach dem 6. September 2011 abgeschlossen wurden und deren Steuergewinn sich auf mindestens 1 Mio. € beläuft, Anwendung. Sie sieht vor, dass der diesen Freibetrag (1 Mio. €) übersteigende Gewinn nur in Höhe von 60% durch einen bestehenden steuerlichen Verlustvortrag kompensiert werden kann. Der nicht genutzte Verlustvortrag kann in den Folgejahren – zeitlich unbegrenzt – verrechnet werden. Hierzu folgendes

Beispiel:

31. Dezember 2010: bestehender Verlustvortrag        10,0 Mio. €
31. Dezember 2011: steuerlicher Gewinn                           8,0 Mio. €

Errechnung der neuen Bemessungsgrundlage 2011:
8 Mio. € – 1 Mio. € (Freibetrag) = 7 Mio. € x 40% =                  2,8 Mio. €
Errechnung des neuen, verbleibenden Verlustvortrags 2011:
10 Mio. € – 1 Mio. € (Freibetrag) – 4,2 Mio. € (60% von 7 Mio. €) = 4,8 Mio. €

Die neue Vorschrift führt, unabhängig vom Bestehen eines Verlustvortrags, zur Festlegung eines zu versteuernden Mindestgewinns.

 

Verlustrücktrag („carry back“) Nach der alten Regelung konnten die laufenden steuerlichen Verluste mit den Gewinnen der letzten drei Geschäftsjahre verrechnet werden. Nunmehr, nach Inkrafttreten des obigen Gesetzes, kann ein Verlustrücktrag nur noch mit dem letzten vorangegangenen Geschäftsjahr vorgenommen werden. Darüber hinausgehende Verluste können nur noch vorgetragen werden. Des Weiteren wird der rücktragsfähige Verlust auf einen Betrag von 1 Mio. € beschränkt.

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