Aktivierungs- und abschreibungsfähig?
Würdigung der Gegenleistung

Die Zahlung eines „Eintrittsgeldes“ („pas-de-porte“) durch den Pächter bei Abschluss eines Pachtvertrages kann buchhalterisch unterschiedlich analysiert werden und zwar:

– als eine zusätzliche Pachtzahlung. In diesem Fall ist der Betrag als Aufwand zu behandeln und bilanziell über die Laufzeit des Pachtvertrages zu verteilen.

– oder die Zahlung erfolgt für den Erwerb eines immateriellen Wirtschaftsgutes und ist damit zu aktivieren. Um dies beurteilen zu können, sind der Pachtvertrag und die Begründung für die Zusatzzahlung zu würdigen. Dabei sind die Höhe des Pachtzinses und die vom Verpächter speziell gewährten Vorteile außer den normalen Rechten, die sich aus dem Pachtvertrag ergeben, zu berücksichtigen.

Ergibt die Prüfung, dass es sich um ein immaterielles Recht handelt, das dann aktivierungspflichtig ist, so stellt sich die weitere Frage, ob es auch abgeschrieben werden kann. Der oberste Verwaltungsgerichtshof („Conseil d’Etat“) bejahte die Frage mit Urteil vom 15. April 2016.

Nach Auffassung des „Conseil d’Etat“ kann das aktivierte„Eintrittsgeld“ in Höhe des Betrages, der der Gegenleistung für den erlangten Vorteil entspricht, abgeschrieben werden.

In dem vorliegenden Sachverhalt der Entscheidung des „Conseil d’Etat“ erfolgte die zusätzliche Zahlung zum einen für die besonders lange Pachtdauer (12 Jahre) und zum anderen für den Verzicht des Verpächters auf Kündigung während der Dauer von sechs Jahren.

Der erlangte Vorteil endete damit zu einem voraussehbaren Zeitpunkt und war deshalb abschreibungsfähig.