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Einheitliche Körperschaftsteuerbasis in Europa

Mai 9, 2011 | DiagnosticNews

Vorschlag der Europäischen Kommission vom 16. März 2011

Brüssel schlägt eine Steuerharmonisierung auf dem Gebiet der Körperschaftsteuer vor. Der Entwurf der europäischen Kommission sieht eine gemeinsame Bemessungsgrundlage für die Körperschaftsteuer aller europäischen Gesellschaften vor. Dies soll – nach dem Willen von Brüssel – zum Wegfall von bestehenden Steuerbegünstigungen in den einzelnen Ländern führen, da sie bereits teilweise in der vorgeschlagenen Basis berücksichtigt werden. Damit würde in Zukunft unter den einzelnen europäischen Mitgliedsstaaten ein weitaus offenerer Steuerwettstreit als bisher entstehen können. Eine Differenzierung unter den Partnerländern ergäbe sich dann nämlich nur durch den jeweilig angewandten Körperschaftsteuersatz, der ja deutlich erkennbar ist, und nicht durch eine vage, von Steuerbegünstigungen durchlöcherte Bemessungsgrund lage.

Konkret sieht die neue Regelung Folgendes vor: Jedes Unternehmen in der EU soll freiwillig für die Dauer von fünf Jahren für die steuerliche Konsolidierung seiner gesamten europäischen Aktivitäten optieren und damit auch eine Verrechnung von Verlusten und Gewinnen der einzelnen Länderergebnisse vornehmen können. Das hieraus resultierende Gesamtergebnis wäre auf die einzelnen Länder, in denen die Geschäftsvorfälle stattfinden, nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel umzulegen. Nach dem Vorschlag ist vorgesehen, jeweils zu einem Drittel das Aktivvermögen, die Gehälter und die Anzahl der Beschäftigten und schließlich die Umsätze heranzuziehen. Die Mitgliedsstaaten können danach ihren jeweiligen Körperschaftsteuersatz auf den ihnen zustehenden Anteil anwenden. Die Unternehmen können sich, so der Vorschlag, an eine einzige zuständige Verwaltungsstelle wenden.

Der obige Entwurf, der als eine kleine steuerliche Revolution angesehen werden kann, ist noch weit von seiner Vollendung entfernt. Zunächst muss er noch das Parlament und den europäischen Rat passieren. Es ist mit vielen Gegnern zu rechnen, aber zumindest ist ein mutiger, interessanter Schritt in die richtige Richtung gemacht.

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