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Editorial – Nutzt Frankreich die guten, internationalen Rahmenbedingungen für 2014?

Jan 2, 2014 | DiagnosticNews, Editorial

Lieber Leser,
international überwiegt wieder Optimismus. Die letzten Monate in 2013 und die Planzahlen für das kommende Jahr geben hierzu berechtigten Anlass. Die amerikanische Wirtschaftslokomotive ist kräftig angesprungen, und viele ökonomisch wichtige Länder werden ihr folgen. Wird Frankreich daraus ebenfalls seinen Vorteil ziehen können und wieder in die richtige Spur kommen?

Gerne würde man der von der Regierung verbreiteten positiven Aufbruchsstimmung folgen, doch weder die Zahlen für das abgelaufene noch die für das Jahr 2014 sind besonders ermutigend, um eine baldige Wende realistischerweise zu erhoffen. Nach einem mageren 0,2%-Wachstum in 2013 wird nunmehr für 2014 von einem Zuwachs von 0,9% ausgegangen. Damit wird leider auch im kommenden Jahr die hohe Arbeitslosenquote (ca. 11%), deren Abbau bzw. Stillstand bereits für 2013 als eine der wichtigsten Prioritäten von Präsident Hollande angesagt worden war, sich nur sehr schwer verringern lassen.

Noch wird an die teure Wunderwaffe eines Steuerkredits („CICE“), der den französischen Unternehmen in den nächsten zwei Jahren 20 Mrd. € zurückgibt, fest geglaubt. Damit sollen die hohen Sozialabgaben bis maximal 4% gesenkt und die Konkurrenzfähigkeit der Unternehmen erhöht werden. Das staatliche Statistikamt („INSEE“) errechnet hieraus die Schaffung von ca. 150.000 neuen Arbeitsstellen.

Aber vielleicht ergeben sich auch aus dem in der Neujahrsansprache von Präsident Hollande angekündigten „Verantwortungspakt“ („pacte de responsabilité“) zwischen Staat und Unternehmen neue Impulse. Die angedeutete Umschichtung der auf den Löhnen liegenden Sozialabgaben von den Kosten für die Familienunterstützung auf einen anderen Budgetposten würde sicherlich eine weitere Entlastung für die Unternehmen bringen, wenn sie auch an einer anderen Stelle im Staatshaushalt abgedeckt werden müsste. Und letztlich soll ja auch das gesamte Steuersystem in 2014 auf den Prüfstand („remise à plat“!). Es ist zwar eine gigantische Großbaustelle – aber trotzdem ein Hoffnungsschimmer für ein überfälliges Reformvorhaben.

Es gab eine Reihe von kleinen „Reförmchen“ in 2013. Die meisten Schwachstellen sind auch erkannt – leider fehlte es bisher am konsequenten Umsetzungswillen und vielleicht auch der Erkenntnis zu seiner absoluten Notwendigkeit, die keine Alternative mehr zulässt.

2014 wird höchstwahrscheinlich noch nicht den notwendigen Durchbruch bringen, aber es wäre hoffnungsstimmend und für Europa eine wichtige Etappe, wenn Frankreich das Jahr richtig nutzen würde.

Wir werden auch in 2014 wieder versuchen, Ihnen mit ein paar praktischen Ratschlägen und umfassender Information das französische Wirtschaftsumfeld näher zu bringen.

Ihre DiagnosticNews-Redaktion

Dr. Kurt Schlotthauer
kschlotthauer@coffra.fr

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