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Editorial – Eine Renaissance der deutsch-französischen Beziehungen?

Mai 10, 2013 | DiagnosticNews, Editorial

Lieber Leser,

es tut sich einiges. Zwar kann man das Verhältnis zwischen den beiden Regierungschefs – aufbauend auf dem alten Wortspiel „Merkozy“ – noch nicht mit „Merkollande“ identifizieren, aber die Zeit der Angriffe bzw. die permanente Herausstellung von unterschiedlichen Prioritäten für beide Länder scheint der Vergangenheit anzugehören.

Bereits in einer vor einigen Wochen stattgefundenen Pressekonferenz verwies François Hollande auf die zentrale Bedeutung des deutsch-französischen Verhältnisses. Noch viel eindrucksvoller und für seine linken Parteigänger umso befremdender aber waren seine lobenden Worte für die deutsche Agenda 2010 und deren Reformen auf der SPD-Jubiläumsfeier in Leipzig. So wurde auch die Bedeutung der deutschen Initiative zur Bekämpfung der europäischen Jugendarbeitslosigkeit, zu der die deutschen Minister von der Leyen und Schäuble nach Paris angereist waren, im Rahmen eines hierzu veranstalteten internationalen Kolloquiums von François Hollande persönlich dargelegt. Der eigentliche Plan wird dann als gemeinsamer Vorschlag von der Bundeskanzlerin und dem französischen Staatspräsidenten bei der Kommission und dem europäischen Parlament vorgetragen.

Es scheint, als käme die deutsch-französische Lokomotive wieder in Fahrt. Dabei braucht es ja noch nicht zu so weit gefassten Vorschlägen zu kommen, wie dies in einem Artikel der französischen Handelszeitung „Les Echos“ vorgetragen wurde. Der Autor stellte nämlich die Frage: Wie wäre es, wenn Frankreich und Deutschland fusionieren würden? Das Ergebnis wären eindrucksvolle, berauschende Wirtschaftszahlen, das Entstehen der drittgrößten Wirtschaftsmacht nach den USA und China sowie die Weltführerschaft zumindest in sechs Wirtschaftsbranchen. Was besonders bestechend aus dem Artikel hervorging, war die aufgezeigte Komplementarität beider Länder. So würde die neue Einheit in den Genuss zahlreicher bekannter deutscher Stärken gelangen wie u.a. Budgetstrenge, Erfahrung in der Dezentralisierung, Arbeitnehmerkonsens, eine starke Industrie und mittelständische Strukturen. Aber auch die Einbringung von Frankreich wäre – so der Verfasser – für das Ganze äußerst interessant, z.B. aufgrund der starken Geburtenraten, der hohen Ersparnisse der Bürger und des gut funktionierenden, hoch konzentrierten Bankensystems.

Wir wollen nicht träumen. Dennoch darf gerade in dem völlig auseinanderdriftenden Europa das Idealziel eines geeinigten Europas – mag es auch in noch so weiter Ferne liegen – nicht völlig aus den Augen verloren werden.

Ein Schulterschluss mit Frankreich, in welcher Art auch immer, bleibt dabei die wichtigste Voraussetzung.

Wir wünschen eine angenehme Lektüre.

Ihre DiagnosticNews-Redaktion
Dr. Kurt Schlotthauer
kschlotthauer@coffra.fr

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