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Editorial – Ein kleiner Hoffnungsschimmer?

Nov 2, 2014 | DiagnosticNews, Editorial

Lieber Leser,

erfreulicherweise kann auch mal etwas Positives über die französische Wirtschaft berichtet werden: Im dritten Quartal 2014 stieg das Wachstum um 0,3%, obwohl im übrigen Europa weitgehend schlechtere Zahlen realisiert wurden. In Deutschland kam es in dieser Zeitspanne sogar zum Stillstand.
Frankreich braucht aber auch unbedingt Wachstum, um eines seiner Grundübel, die hohe Arbeitslosigkeit, einigermaßen in den Griff zu bekommen. Leider haben die positiven Zahlen des dritten Quartals nicht ausgereicht, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Im Gegenteil, erstmalig war wieder ein Abbau von 34.000 Stellen zu verzeichnen.
Und auch das Investitionsvolumen der Unternehmen ist weiterhin negativ, wenn auch hier ein kleiner positiver Trend festzustellen ist. Letztendlich hat sich der negative Handelsbilanzsaldo im letzten Quartal wieder vergrößert.
So viel zu den negativen Trends. Man könnte sich nämlich auch verleiten lassen, und hierzu besteht durchaus eine gewisse reale Berechtigung, einige Hoffnungsschimmer für die nächste Zukunft zu erkennen: Zum einen ist hier die Dollar-Euro-Parität anzuführen, die schon seit einigen Jahre nicht mehr so tief für den Euro war, so dass Wirtschaftsanalysten bei einer Aufrechterhaltung dieses Kursverhältnisses von einem Wachstumspotential von 0,2% für das nächste Jahr und sogar von 0,5% für die Folgejahre der französischen Wirtschaft ausgehen. Ein weiterer positiver Anstoß könnte aus dem derzeitig niedrigen Ölpreis resultieren, der bisher schon erheblich die Energiekosten von vielen Unternehmen reduzierte. Und schließlich sind die Auswirkungen des äußerst niedrigen Zinsniveaus, das wahrscheinlich noch einige Zeit anhalten wird, als nicht unbeachtlicher Faktor für die die finanzielle Entlastung der Firmen zu nennen.
Alles in Allem also einige positive Punkte, die das Umfeld der französischen Wirtschaft günstig beeinflussen und deshalb auch einen Einfluss auf die Investitionsneigung der französischen Unternehmen haben sollten.
In diesem Kontext stehen auch die neuen Bestimmungen des „Macron-Gesetzes“, benannt nach seinem Initiator, dem neuen Wirtschaftsminister. Es soll erhebliche administrative Erleichterungen und eine kleine Liberalisierung des Arbeitsmarktes durch die Lockerung des Nacht- und Sonntagsarbeitsverbots einführen. Sicherlich nur kleine Schritte, aber in die richtige Richtung. Vielleicht also doch ein Grund für einen Hoffnungsschimmer?

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Vorweihnachtszeit und einen positiven Abschluss
eines turbulenten Jahres.

Ihre DiagnosticNews-Redaktion

Dr. Kurt Schlotthauer
kschlotthauer@coffra.fr

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