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Die Renaissance des Familienkapitalismus

Aug 18, 2008 | COFFRA News, DiagnosticNews

Frankreich entdeckt seine Familiengesellschaften wieder  

Weiterführung in Gefahr Weltweit ist eine Renaissance des Familienkapitalismus festzustellen. Es vergeht kein Tag, an dem nicht einer der neuen „Tycoons“, die sich in den letzten Jahren ein Familienimperium von mehreren Milliarden zusammengeschweißt haben, wie z.B. Lakshmi Mittal, Carlos Slim, Ratan Tata, Oleg Deripaska, mit einer Schlagzeile in der Presse erscheint. Auch in Frankreich präsentieren sich die Familienunternehmen in glänzender Verfassung. Die Hälfte des Pariser Börsenwertes setzt sich derzeitig aus Familiengesellschaften zusammen, deren Aktienwert sich während der letzten 15 Jahre um das Siebenfache erhöhte. Dies ist zweieinhalb Mal so viel wie der Anstieg des CAC 40 in der gleichen Periode. Eine ähnliche Entwicklung ist auch für kleine Familienunternehmen festzustellen. Insgesamt sollen zwischen 65 bis 80% aller französischen Unternehmen als „familienbeherrscht“ angesehen werden können. Eine Studie über den Zeitraum 1990 bis 2000 der börsennotierten Familienunternehmen zeigt, dass sie eine höhere Rentabilität (bei Kapital und Ebit), ein größeres Wachstum und mehr Personaleinstellungen gegenüber anderen Börsen unternehmen zu verzeichnen haben. Dabei wurde aber auch festgestellt, dass die von Fremdmanagern geleiteten Familiengesellschaften insgesamt bessere Ergebnisse erzielen als die von den Erben weitergeführten Unternehmen. Eine der Schwächen der Familienunternehmen ist der Übergang auf die nächste Generation. Eine aus 2008 stammende Untersuchung führt aus, dass in Frankreich ca. 25.000 Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl zwischen 20 und 1.000, die von einer Einzelperson als Hauptaktionär beherrscht werden, existieren. Die Nachfolge durch ein Familienmitglied erfolgt jedoch nur bei 6% aller Unternehmen gegenüber 58% in Deutschland und sogar 72% in Italien. Die Gründe hierfür sollen laut dem zuständigen Minister, Hervé Novelli, in dem steuerlichen, finanziellen, aber auch kulturellen Umfeld Frankreichs zu suchen sein. Die französische Regierung plant deshalb massiv zu helfen. Ein bereits im August 2007 erlassenes Gesetz (TEPA) sieht steuerliche Hilfen beim Übertragenden vor. Nun soll der Übernehmer unterstützt werden. Die Verringerung der Registersteuer (5% bei GmbH-Anteilen und 1,1% bis maximal Euro 4.000 bei der AG) ist vorgesehen. Des Weiteren sollen die Schuldzinsen für den Erwerb der Anteile unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich absetzbar werden, und letztlich soll zusammen mit den Banken ein Finanzmittel eingeführt werden, das der Stärkung der Eigenmittel dienen soll. Die Verkürzung der Zahlungsziele, aber auch die jüngsten Investitionsanreize zwecks Senkung der Vermögensteuer sollten sich positiv auf diese Unternehmen auswirken. 

 

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