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Die Digitalisierung der steuerlichen Außenprüfung

Feb 7, 2017 | DiagnosticNews, Steuerrecht

Neues steuerliches Kontrollverfahren auf der Basis des „FEC“

Bereits seit 1. Januar 2014 sind französische Unternehmen, deren Finanzbuchhaltung elektronisch geführt wird, verpflichtet, das gesamte Rechnungswesen auf einem Datensatz („FEC“) abzuspeichern. Der „FEC“ („fichier des écritures comptables“) ist dem Betriebsprüfer bei Beginn der Prüfung, anlässlich des ersten Treffens, auf Anforderung auszuhändigen. Soweit dies nicht erfolgt, können empfindliche Ordnungsstrafen verhängt werden. Anhand dieses Datenträgers kann sich der Betriebsprüfer einen tiefgreifenden Eindruck über das Rechnungswesen der zu prüfenden Gesellschaft verschaffen, um gezielt vor Ort seine Prüfungshandlungen durchzuführen, bzw. abzuschließen.

Durch das Nachtragshaushaltsgesetz („Loi des Finances Rectificative“) 2016, das Ende Dezember 2016 in Kraft trat, wird seit 1. Januar 2017 ein neues Kontrollverfahren für die Durchführung der steuerlichen Außenprüfung eingeführt. Nach dem neuen Verfahren findet die Steuerprüfung nicht mehr in den Räumen des zu prüfenden Unternehmens statt, sondern wird ausschließlich aus der Ferne von dem Prüfer durchgeführt. Dabei bedient er sich der „FEC“-Datei für die geprüften Jahre, die ihm nach Ankündigung der Prüfung innerhalb von 14 Tagen zuzusenden ist.

Der Steuerpflichtige ist spätestens sechs Monate nach Übersendung des FEC über den Ausgang der Außenprüfung zu informieren. Das neue Verfahren unterstreicht zum einen die große Bedeutung des FEC, der als Grundlage für die außer Haus geführte Außenprüfung dient. Zum anderen soll es zu einer größeren Vereinfachung sowohl bei den Unternehmen als auch bei der Finanzverwaltung führen. In Zukunft wird es damit sicherlich zu häufigeren, regelmäßigeren Steuerprüfungen kommen. Derzeitig führt die Generaldirektion für die öffentlichen Finanzen („DGFIP“) jährlich ca. 45.000 Außenprüfungen bei ungefähr 3 Millionen bestehenden Unternehmen durch.

Das nächste Ziel dürfte die jährliche Übersendung des Datensatzes zusammen mit der Jahressteuererklärung sein. Dazu bedarf es aber noch erheblicher Investitionen der Finanzverwaltung, um die gewaltigen Informationsmengen entsprechend auswerten zu können. Der Weg hierzu ist jedoch aufgezeichnet.

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