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Die Behandlung von „beschwerlicher Arbeit“ im Arbeitsrecht

Feb 5, 2015 | Arbeitsrecht, DiagnosticNews

Anwendung ab dem 1. Januar 2015

Arbeitnehmer, die eine von Gesetzes wegen als „anstrengend“ („pénible“) definierte Arbeit ausüben, kommen ab dem 1. Januar 2015 bei Überschreiten eines zumutbaren Beschwerlichkeitsgrades in den Genuss von anrechenbaren Punkten. Diese Punkte können von ihnen zur Weiterbildung, zur Finanzierung einer vorgezogenen Pensionierung oder auch für den Übergang auf Teilzeitarbeit benutzt werden.

Das neue Gesetz legt zehn Arbeitsausübungen fest, bei deren Vorliegen der Tatbestand von Beschwerlichkeit gegeben ist. Mit dem Inkrafttreten dieser Regelung (1. Januar 2015) kommen zunächst nur vier Tätigkeiten zur Anwendung, und zwar: Nachtarbeit, Schichtarbeit, Fließbandarbeit und Arbeiten in einem physisch aggressiven Umfeld. Hierbei erwirbt der Arbeitnehmer z.B. anrechenbare Punkte, wenn er mehr als 120-mal pro Jahr zwischen 24.00 Uhr nachts und 5.00 Uhr morgens mindestens eine Stunde arbeitet.

Ab dem 1. Januar 2016 werden dann auch noch die sechs weiteren Arbeitsausübungen, die von Gesetzes wegen „beschwer­liche Arbeit“ darstellen, herangezogen. Dabei handelt es sich um: das Tragen von schweren Lasten, das Arbeiten in schwie­rigen Körperstellungen, bei hohen Temperaturen, bei mechanischen Vibrationen, mit gefährlichen chemischen Substanzen und bei hohem Lärm.

Beispielhaft hierzu ergeben sich nach dem Gesetz für den Arbeitnehmer anrechen­bare Punkte, wenn er mindestens 900 Stunden pro Jahr bei einer Temperatur von mindestens 30°C arbeitet oder wenn er Lasten von mindestens 15 kg mindestens 600 Stunden pro Jahr tragen muss.

Der Arbeitgeber muss für jeden betroffenen Arbeitnehmer ein persönliches Konto eröffnen, den Beschwerlichkeitsgrad von dessen Arbeit ermitteln und ihm die damit erlangten Punkte gutschreiben. Die maximale, jährliche Punktezuweisung ist auf 100 begrenzt.

Des Weiteren muss der Arbeitgeber eine Abgabe in Höhe von 0,10% der Gehaltssumme des betroffenen Arbeitnehmers abführen; ab 2017 erhöht sich der Satz auf 0,20%.

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