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Der neue, temporäre Verlustrücktrag (Carryback) auf der Grundlage des modifizierten Haushaltsgesetzes 2021

Jul 5, 2021 | DiagnosticNews, Steuerrecht

Illustration anhand eines Zahlenbeispiels

Wir haben bereits in unserem Edito zur Juni-Ausgabe 2021 auf diese neue Maßnahme, die durch das modifizierte Haushaltsgesetz 2021 den Unternehmen angeboten wird, hingewiesen. 

Danach können die gesamten Steuerverluste (und nicht nur wie bisher maximal 1 Mio €), die in dem Geschäftsjahr, das in der Zeitperiode vom 30. Juni 2020 bis 30. Juni 2021 endet, anfallen, auf die Steuergewinne der drei vorausgegangenen Geschäftsjahre (und nicht wie bisher nur des Vorjahres) angerechnet werden. Bei der Ermittlung der Körperschaftsteuer auf den festgestellten Anrechnungsbetrag wird der ab dem 1. Januar 2022 allgemein geltende Körperschaftsteuersatz von 25% zugrunde gelegt. Die Steuerforderung kann in der Folge mit späteren Körperschaftsteuerschulden verrechnet oder spätestens nach fünf Jahren von der Finanzverwaltung zurückverlangt werden. 

Die in 2020 eingeführte, sofortige Rückerstattung der bestehenden Carryback-Steuerforderung, deren Bildung zu diesem Zeitpunkt noch auf 1 Mio. € begrenzet war, ist nicht mehr möglich. Für die Steuerverluste des am 31. Dezember 2020 endenden Geschäftsjahres kann jedoch letztmalig diese limitierte, aber sofort rückzahlbare Carryback-Forderung gebildet werden. Der anzuwendende Körperschaftsteuersatz für 2019 liegt für Unternehmen mit einem Umsatzvolumen von mehr als 250 Mio. € bis 500 T€ Gewinn bei 28% und darüber bei 31%.

Rechenbeispiel:

1. Voraussetzungen
• Steuergewinne der Geschäftsjahre:
    2017:1 Mio €
    2018:2 Mio €
    2019:3 Mio €
• Steuerverlust 31.12.2020: 6 Mio €
• Umsatzvolumen in 2019:  über 250 Mio. €
• Körperschaftsteuersätze
    in 2019 bis 500 T€:28%
    in 2019 darüber: 31%
    ab 1.1.2022: 25%
  
2. Anwendung
2.1. Carryback-Forderung begrenzt auf 1 Mio. €
mit sofortiger Rückerstattung (drittes Finanzberichtigungsgesetz für 2020)
1 Mio. € (500 T€ x 28%) + (500T€ x 31%) =        295 000 €
  
2.2. Zusätzliche Carryback-Forderung nach der neuen Vorschrift 
• verbleibende Steuerverluste per 31.12.2020 
(6 Mio. € – 1 Mio. €): 5 Mio. €
• verbleibende anrechenbare Steuergewinne 
(6 Mio. € – 1 Mio. €): 5 Mio. €
• ermittelte Carryback-Forderung 
(1.1.2022 geltender KSt-Satz): (5 Mio € x 25%) =    1.250.000 €

Ergebnis:

Die erste Carryback-Forderung kann sofort nach Bildung, spätestens bis 30. September 2021 zurückverlangt werden. Die zweite Carryback Forderung kann mit zukünftigen Körperschaftsteuerschulden verrechnet, bzw. nach fünf Jahren erstattet werden. 

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