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Der französische Beteiligungserwerb

Dez 2, 2007 | COFFRA News, DiagnosticNews

Fallstricke der steuerlichen Organschaft

Für den Erwerb einer französischen Gesellschaft bietet sich in vielen Fällen die Übernahme durch eine hierzu gegründete Adhoc-Gesellschaft an. Dabei wird oft weitgehend – soweit es die Ertragslage der erworbenen Gesellschaft zulässt – einer Fremdfinanzierung der Vorzug gegeben, d.h. die Ergebnisse der Untergesellschaft müssen mindestens in der Lage sein, die Finanzbelastungen der Obergesellschaft auszugleichen.

Damit aus steuerlicher Sicht eine Kompensierung von Finanzaufwendungen mit den Ergebnissen der Untergesellschaft stattfinden kann, ist die Begründung einer steuerlichen Organschaft („intégration fiscale“) erforderlich. Dabei ist genauestens auf die Einhaltung der notwendigen Kriterien zu achten.

Zunächst muss die Obergesellschaft bei Beginn der Organschaft mindestens 95% der Anteile der Erwerbsgesellschaft halten. Des Weiteren ist Vorsorge zu tragen, dass beide Gesellschaften über das gleiche Geschäftsjahr verfügen. Dabei kann es sich des Öfteren ergeben, dass der Aufkauf unterjährig stattfindet und die speziell hierzu gegründete Übernahmegesellschaft aus diversen Gründen (z.B. Vermeidung eines Rumpfgeschäftsjahres, kurzfristige Kosteneinsparungen, …) mit einem verlängerten, über zwölf Monate laufenden Geschäftsjahr ausgestattet wird.

Hierzu folgendes Beispiel: Die Zielgesellschaft (Geschäftsjahr 31. Dezember) wird mit Wirkung 31. Oktober 2007 erworben. Für die hierzu gegründete Obergesellschaft wird aus den genannten Gründen ein verlängertes Geschäftsjahr bis zum 31. Dezember 2008 gewählt. Dies hätte aber zur Folge, dass eine Organschaft zwischen beiden Gesellschaften frühestens ab dem 1. Januar 2009 möglich wäre. Eine steuerliche Verrechnung der Ergebnisse beider Gesellschaften käme damit erstmalig auch nur für das Geschäftsjahr 2009 in Frage. Der nicht verrechenbare Finanzaufwand des ersten Geschäftsjahres der Obergesellschaft würde einen „vororganschaftlichen“ Verlust darstellen, der auch in den Folgejahren nicht mit Ergebnissen aus der Organschaft ausgeglichen werden könnte. In gleicher Weise würden andere Kosten dieser Periode behandelt, z.B. Kosten für den Erwerb der Beteiligung (Prüfung, Provisionen, Honorare etc). Diese Kosten wären im ersten Geschäftsjahr zu aktivieren und über fünf Jahre abzuschreiben. Aufgrund des Nichtbestehens der Organschaft bis einschließlich Ende 2008 würde der Abschreibungsaufwand des ersten Geschäftsjahres verloren gehen.

Das Beispiel soll zeigen, welche gravierenden Folgen sich aus dem falsch eingerichteten Geschäftsjahr der Obergesellschaft ergeben können.

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