Abgrenzung zum Mobbing

Ein Vorgesetzter war von seiner Untergebenen, die sogar eine Direktionsposition innehatte, wegen Mobbings strafrechtlich angezeigt worden. Eine Verurteilung wurde jedoch abgelehnt, da in seinem Verhalten keine schädigende Absicht gegenüber der Mitarbeiterin festgestellt werden konnte. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass die ihm vorgeworfenen Handlungen sich aus der normalen Ausübung seines Führungsrechtes, das er ganz generell gegenüber dem gesamten Personal besaß, ergeben hätten. Im Einzelnen stellte das Kassationsgericht mit Urteil vom 2. September 2014 fest, dass:

die Anweisungen des Vorgesetzten zwar sehr direkt erfolgten und in einem sehr bestimmenden Ton erteilt wurden,

die Kritik ausübenden Emails aber nur der effektiven Kontrollhandlung eines Vorgesetzten entsprachen, der, nachdem er über die eingetretenen Schwierigkeiten informiert worden war, mit besonderer Wachsamkeit die Arbeit der Untergebenen verfolgte,

die Hartnäckigkeit des Vorgesetzten einschließlich der Aufforderung zu einer Erklärung, die mit großem Nachdruck und teilweise unglücklicher Wortwahl erfolgte, nicht ausreichten, um ihm die Absicht, degradierende Arbeitsbedingungen schaffen zu wollen, unterstellen zu können.

Schließlich habe sich die Untergebene selbst direkt an einen Mitarbeiter in einer Weise gewandt, die den spontanen Austausch in dieser Abteilung als normale Praxis erscheinen ließe, ohne dass hierdurch irgendwelche feindliche Absichten zu Tage getreten wären.