Diagnostic News

Erfolg in Frankreich –
Informationen aus dem
französischen Wirtschaftsleben

Informiert jeden Monat aktuell.

  1. Home
  2.  | 
  3. DiagnosticNews
  4.  | Änderung der steuerlichen Verlustvorträge

Diagnostic News

Änderung der steuerlichen Verlustvorträge

Apr 6, 2012 | DiagnosticNews, Steuerrecht

Einige Anwendungsfälle

Für alle Geschäftsjahre, die nach dem 21. September 2011 enden, kommt die Neuregelung der steuerlichen Verlustvorträge zur Anwendung. Damit ergibt sich nunmehr trotz Vorliegen ausreichender Verlustvorträge eine neue Mindestertragsbeteuerung der Unternehmen: Soweit das Ergebnis des Geschäftsjahres 1 Mio. € übersteigt, kommt ein Körperschaftsteuersatz von 13,77%, bzw. 14,44% für große Unternehmen (mehr als 250 Mio. € Umsatz) zur Geltung.

Aus der reduzierten Anrechenbarkeit der bestehenden steuerlichen Verlustvorträge ergibt sich automatisch eine Verlängerung der Tilgungsperiode. Bei einer angenommenen gleichmäßigen Verteilung eines bestehenden Verlustvortrages von 500 Einheiten, konnte dieser – vor der Neuregelung – über fünf Jahre vorgenommen werden. Nunmehr kann – bei gleicher Annahme – die völlige Nutzung des Vortrages erst innerhalb einer Periode von neun Jahren erfolgen.

Des Weiteren verlängert sich entsprechend das Kontrollrecht der steuerlichen Außenprüfung. Bisher konnten steuerliche Verluste nur drei Jahre zuzüglich dem laufenden Geschäftsjahr nach ihrer Nutzung überprüft werden. Die Aufbewahrungspflicht der hiermit verbundenen Belege verlängert sich damit ebenfalls.

Durch die Schaffung eines steuerlichen Mindestgewinnes erhöht sich gegebenenfalls auch die Berechnung der gesetzlichen Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmer, die den Steuergewinn u.a. als Bemessungsgrundlage heranzieht. Schon seit einigen Jahren war für die Errechnung der Gewinnbeteiligung die Vortragsfähigkeit der Steuerverluste auf fünf Jahre beschränkt worden. Diese Limitierung ist nunmehr weggefallen und durch die erschwerende Neuregelung ersetzt worden.

Mit der Einschränkung der Verlustvortragsnutzung wurde auch die Verlustrücktragsmöglichkeit („Carry back“) völlig modifiziert. Die Verluste des laufenden Geschäftsjahres können nunmehr nur noch mit den Gewinnen des letzten abgelaufenen Jahres, und dies beschränkt auf 1 Mio. €, in Form einer Forderung gegenüber der Finanzverwaltung geltend gemacht werden. Weitergehende Verluste können nur im Rahmen von Verlustvorträgen und dann nach den neuen Regeln genutzt werden.

Letztlich wird die obige Reform auch erhebliche Auswirkungen auf die aktivischen latenten Steuern haben, soweit diese aus aktivierten Steuerverlustvorträgen stammen. Nach den bestehenden internationalen Prinzipien ist eine Aktivierung nur möglich, soweit ihre Nutzung auch realistisch erscheint. Dies galt bisher insbesondere für den „Carry back“, der nunmehr weitgehend wegfällt. Auch die nicht unerhebliche, zeitliche Verschiebung der Verwendbarkeit der bestehenden Vorträge ist bei ihrer Aktivierungsfähigkeit zu würdigen.

Diagnostic News nach Themen sortiert:


Für Sie nach speziellen Steuer- und Rechtsthemen sortiert:

Diagnostic News Archiv


Alle Ausgaben von Diagnostic News zum Download als PDF