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Abschreibung des Geschäftswertes eines Kleinunternehmens

Dez 2, 2021 | DiagnosticNews, Steuerrecht

Unterschied zur steuerlichen Behandlung

Handelsrechtlich wird davon ausgegangen, dass erworbene Geschäftswerte keine zeitlich begrenzte Nutzungsdauer haben und damit auch nicht abgeschrieben werden können. Dabei handelt es sich jedoch um eine Vermutung, die widerlegt werden kann, soweit das Gegenteil nachgewiesen wird. In diesem Fall wird der Geschäftswert über die festgelegte Nutzungsdauer abgeschrieben: Soweit keine exakte Periode für die Nutzung des Geschäftswertes ermittelt werden kann, erfolgt eine Abschreibung über zehn Jahre.

Kleinunternehmen sind berechtigt, ohne eine Abnutzungsdauer nachweisen zu müssen, ihren erworbenen Geschäftswert über zehn Jahre abzuschreiben. Dabei handelt es sich um Unternehmen, bei denen zwei der drei nachfolgenden Kriterien zutreffen: die Bilanzsumme liegt maximal bei 6 Mio. €, die Umsatzerlöse übersteigen nicht 12 Mio. €, und es werden nicht mehr als 50 Personen beschäftigt. 

Der oberste Verwaltungsgerichtshof, Conseil d’Etat, Stellungnahme vom 8. September 2021, verneinte die steuerliche Anwendung der obigen handelsrechtlichen Abschreibungsmöglichkeit für Kleinunternehmen. Damit ist es bestätigt, dass es nicht möglich ist, einen Geschäftswert mit steuerlicher Wirkung über zehn Jahre abzuschreiben, ohne einen Nachweis für seine Abnutzung führen. 

Ein Kleinunternehmen, das von der obigen handelsrechtlichen Sonderregelung Gebrauch macht, ist damit gezwungen, für die steuerliche Ergebnisermittlung den vorgenommenen Abschreibungsaufwand wieder hinzuzurechnen. 

Darüber hinaus besteht jedoch weiterhin die Möglichkeit, sowohl handelsrechtlich als auch steuerlich eine eingetretene Wertminderung (dépréciation) zu berücksichtigen. 

Dies muss jedoch im Rahmen einer Rückstellung erfolgen, die im Gegensatz zu einer Abschreibung nicht definitiv ist und bei Wegfall wieder aufzulösen ist. 

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