Keine Abfindung trotz guter Finanzlage des Unternehmens

Im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung („conseil de surveillance“) wurde der geladene, aber nicht erschienene Präsident des Direktoriums („directoire“) abberufen. Der Aufsichtsrat kam zu der Ansicht, dass eine Beibehaltung des Präsidenten nicht mehr im Interesse der Gesellschaft lag. Der abberufene Präsident forderte daraufhin Schadensersatz für seine Abberufung. Dabei berief er sich auf die während seiner Mandatszeit erzielten guten Ergebnisse sowie das starke Wachstum der Gesellschaft. Darüber hinaus wies er darauf hin, dass sein Mandat erst kürzlich erneuert worden war.

Das Kassationsgericht, Urteil vom 3. März 2015, bestätigte die Entscheidung des Aufsichtsrats: In dem internationalen Umfeld des Unternehmens, das sich durch die Eingliederung einer wichtigen Gesellschaft noch verstärkt hatte, müsse die Aktiengesellschaft ihre Organisation anpassen. Der derzeitige Präsident wäre aber nicht in der Lage, die neue Einheit in ihrem Wachstum zu begleiten. Den Vorsitzenden des „directoire“ in einer völlig anderen, neuen Umgebung beizubehalten, würde zu neuen Schwierigkeiten führen.

Im Gegensatz zu dem Präsidenten des Verwaltungsrates („Président Directeur Général“, „PDG“), dem üblichen Leitungsorgan einer französischen AG (Société Anonyme „SA“), der im Falle seiner Abberufung niemals eine Entschädigung beanspruchen kann, besteht für den Vorsitzenden des „Directoire“ grundsätzlich ein solcher Anspruch. Dann muss er aber nachweisen können, dass seine Abberufung nicht im Interesse der Gesellschaft lag. Dies wurde jedoch im obigen Fall von Gerichts wegen abgelehnt.

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