Wertberichtigung von Geschäftswerten in Frankreich

Änderungen ab 2016

Geschäftswerte sind in Frankreich nicht planmäßig abschreibungsfähig. Hingegen ist bei Vorliegen eines Wertverfalls eine entsprechende Wertberichtigung zu bilden. Die handelsrechtliche Wertberichtigung ist grundsätzlich auch steuerlich abzugsfähig. Bei Wegfall der Grundlage ist die Wertberichtigung aufzulösen.

Der französische Rechnungslegungsrat „ANC“ („Autorité des Normes Comptables“) hat nunmehr die europäische Direktive 2013/34/EU vom 26. Juni 2013 in nationales Recht umgesetzt. Das Umsetzungsgesetz tritt erstmalig für die Geschäftsjahre ab 2016 in Kraft. Dort wird im Gegensatz zur deutschen Umsetzung im BilRUG weiterhin eine planmäßige Abschreibung des Geschäftswertes („fonds de commerce“) abgelehnt. Hingegen verändert sich die Behandlung der Wertberichtigung insofern, als diese – sofern sie einmal festgestellt wird – nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Mit anderen Worten: Die buchhalterische Feststellung eines Wertverfalls ist endgültig, auch wenn die Grundlage hierfür entfällt.

Es besteht somit zum 31. Dezember 2015 letztmalig die Möglichkeit, eine Wertberichtigung auf Geschäftswerte bei Vorliegen entsprechender Gründe rückgängig zu machen. Eine sorgfältige Analyse dieser Bilanzpositionen ist daher empfehlenswert.

Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von COFFRA. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er COFFRA. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die COFFRA heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.