Die französische Immobiliengesellschaft („SCI“)

Geeignetes Mittel für den Erwerb einer Privatimmobilie – Aufteilung des Volleigentums

Der Erwerb einer Privatimmobilie wird in Frankreich oft durch eine transparente Immobiliengesellschaft („SCI“) durchgeführt. Zahlreiche Ausgestaltungen z.B. im Hinblick auf einen späteren Schenkungs- bzw. Vererbungsvorgang, aber auch steuerliche Optimierungsüberlegungen sprechen für die Wahl dieser Erwerbsalternative. Die hierbei erlangten Vorteile gelten in gleicher Weise für Steuerausländer.

Die „SCI“ erlaubt eine Aufspaltung des Erwerbsvorganges in nacktes Eigentum und Nießbrauchrecht an der Immobilie. Im nachstehenden Beispiel soll die „SCI“ nur das nackte Eigentum an der Immobilie, eine Drittperson hingegen das Nießbrauchrecht erwerben. Durch diese Fallgestaltung kann der Kaufpreis für die „SCI“ wertmäßig erheblich verringert und der Einstieg von anderen Gesellschaftern in die „SCI“ entsprechend erleichtert werden. Die Einräumung des Nießbrauches ermöglicht dem Erwerber – unabhängig von seiner Gesellschafterstellung, die uneingeschränkte lebenslängliche Nutzung der Immobilie sich vorzubehalten. Im Todesfalle des Nießbrauchberechtigten erlischt das Recht ohne steuerliche Folgen. Die bisherigen „SCI“-Gesellschafter erlangen automatisch das Volleigentum an der Immobilie. Das vorliegende Modell eignet sich besonders für gemeinsame Erwerbsvorgänge von Eltern und Kindern: Die Eltern möchten sich die Nutzung der Immobilie vorbehalten, gleichzeitig aber einen späteren Übergang auf die Kinder steuergünstig vorbereiten.

Die Wahl der „SCI“ in einem solchen Fall ermöglicht es darüber hinaus, durch vorweggenommene steuerbegünstigte Schenkungen bzw. auch Abtretungen, den späteren Erbfall steuerlich zu optimieren; schließlich wird die „SCI“ auch im Hinblick auf die Vermögensteuerbelastung („ISF“) günstiger und gestaltungsfähiger.

Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von COFFRA. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er COFFRA. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die COFFRA heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.