Vorladung zum Kündigungsgespräch

Unberechtigte Teilnahme führt zur Nichtigkeit

Der Kündigung muss ein frist- und formgerechtes Gespräch zwischen Arbeitgeber und Betroffenem vorausgehen. Die Ladung zu dieser Unterredung muss entweder durch eingeschriebenen Brief mit Rückantwort oder durch eine eigenhändige Übergabe des Einladungsschreibens erfolgen. Entscheidend ist, dass keine Zweifel über das Datum der Einberufung bestehen. So ist auch die Übergabe des Einladungsschreibens durch einen Gerichts vollzieher („huissier“) rechtsgültig.

Jedoch darf der Gerichtsvollzieher nicht an dem tatsächlichen Vorkündigungsgespräch teilnehmen; der Arbeitgeber kann sich lediglich durch ein Mitglied des Unternehmens assistieren lassen. Die Anwesenheit des Gerichtsvollziehers führt zur Nichtigkeit des Kündigungsverfahrens, so der Kassationsgerichtshof („Cour de Cassation“) mit Urteil vom 30. März 2011.

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Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von COFFRA. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er COFFRA. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die COFFRA heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.