Vorübergehende Verweigerung der Bestätigung durch den Abschlussprüfer

Kein fehlerhaftes Verhalten

Die Abschlussprüfer („Commissaires aux comptes“) einer Unternehmensgruppe, die im Wesentlichen in der Verwaltung von Immobilien im Sozialbereich tätig war, verweigerten, da sie an der Ordnungsmäßigkeit eines Immobilienverkaufs zweifelten, die Erteilung des Bestätigungsvermerkes. Sie vertraten die Auffassung, dass der Verkauf eventuell zu annullieren sei, da er einer der Gesellschaften einen Buchgewinn vorenthalten würde, den diese sich gegenüber der Verwaltung verpflichtet hätte, in neue Wohnungen zu investieren.

Nachdem die vorliegenden Zweifel der Abschlussprüfer durch die Einschaltung eines Anwaltes beseitigt werden konnten, wurde nunmehr doch die Bestätigung des Abschlusses erteilt. Die betroffenen Unternehmen verlangten vergeblich Wiedergutmachung für die eingetretenen Verzögerungen.

Für den Kassationsgerichtshof, Urteil vom 18. Februar 2014, waren die Zweifel der Abschlussprüfer berechtigt und die vorübergehende Verweigerung des Bestätigungsvermerks nicht fehlerhaft.

Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.