Berechnung der gesetzlichen Gewinnbeteiligung

Umfang der zu erfassenden Arbeitnehmergehälter

Die Gewinnbeteiligung für Arbeitnehmer ist gesetzlich vorgeschrieben, soweit eine Mindestgröße (50 Mitarbeiter) und verschiedene Ergebniskriterien beim Unternehmen vorliegen.

Die Berechnung beruht auf einer Formel, die u.a. das Steuerergebnis, eine 5%-Verzinsung des Eigenkapitals und einen Quotienten aus Gehaltssumme und erwirtschaftetem Mehrwert des Unternehmens berücksichtigt.

Die Gehaltssumme entspricht den Bezügen, die der Basis der Sozialversicherung („cotisations de sécurité sociale“) unterliegen, wie sie durch Art. L 242-1 des Sozialversicherungsgesetzes festgelegt ist.

Ein Arbeitgeber weigerte sich deshalb, die Gehaltsbezüge von „Expatriés“, also von ausländischen Arbeitnehmern, die nur für eine bestimmte Zeitdauer im französischen Unternehmen beschäftigt waren und damit nicht der französischen Sozialversicherung unterlagen, in die Gewinn­beteiligungsberechnung zu integrieren.

Der Kassationsgerichtshof, Urteil vom 29. Oktober 2013, verwarf diese Vorgehensweise. Seiner Auffassung nach werden die für die Berechnung der Gewinnbeteiligung heranzuziehenden Gehälter durch Art. L 242-1 definiert. Dabei ist es unerheblich, ob für diese Gehälter tatsächlich auch die Sozialversicherung zu bezahlen war.

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Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.