Termingerechte Erstellung der Konsolidierungsunterlagen

Problematik des französischen Jahresabschlusses

Frühzeitiger Handlungsbedarf noch in 2007

Die Fristen für die Erstellung der Konzernabschlüsse werden immer kürzer. Der zeitliche Druck auf die ausländischen Tochtergesellschaften erhöht sich entsprechend. Um eine fristgerechte Erledigung dieser Aufgabe zu erreichen, bedarf es einer vorzüglichen Vorbereitungsarbeit seitens aller Beteiligten. Dabei sind die spezifischen Landesvorschriften eingehend zu analysieren und zu berücksichtigen.

Der französische Jahresabschluss (Bilanzstichtag 31. Dezember) ist zunächst nur für steuerliche Zwecke zu erstellen und bei der Steuerverwaltung bis spätestens Anfang Mai einzureichen. In einem weiteren Schritt ist der identische Abschluss bis spätestens Ende Juni den Anteilseignern zwecks Genehmigung und Entscheidung über die Ergebnisverwendung vorzulegen.

Die strikten Anforderungen, die in einer Gruppe häufig die Bereitstellung der Konsolidierungsunterlagen z.B. bereits für Mitte Januar vorsehen, sind unter diesen Gegebenheiten zu würdigen. Der französische Bilanzbuchhalter wird sich deshalb im Regelfall zunächst den Konzernaufgaben widmen, insbesondere bei den kurzen Fristen und der Komplexität der Anforderung (z.B. zusätzliche Umwandlung in HBII-Standard). Dies führt beinahe zwingend zu einem Abschluss, der später bei der Steuerbilanz noch einige Modifikationen erfahren wird. Aber gerade dieses Ergebnis ist dringend zu vermeiden. Es ist äußerste Sorgfalt geboten, die eine Zweigleisigkeit zwischen beiden Abschlüssen verhindert.

Dies kann nur sichergestellt werden, wenn zunächst – und dies bereits im Januar – der verbindliche Abschluss der französischen Tochtergesellschaft und zwar der, der bei der Finanzverwaltung einzureichen ist, erstellt wird. Dieser Abschluss ist dann für die Gruppen Konsolidierungsunterlagen zugrunde zu legen und in die HBII-Version zu übertragen.

Um eine solche Vorgehensweise der französischen Kollegen zu erreichen, bedarf es eingehender Erklärungen und Überzeugungsarbeit, die von langer Hand vorzubereiten und ausführlich zu diskutieren sind. Ganz allgemein ist darauf zu achten, dass das Konsolidierungspaket ausreichend erläutert und jedes Jahr – frühzeitig vor Bilanzstichtag – auf spezifische Problemkreise des abgelaufenen Geschäftsjahres hin untersucht wird. Dabei erscheint der Monat November vor dem nahenden Bilanzstichtag gerade noch zeitlich vertretbar, um zusammen mit den französischen Bilanzverantwortlichen einen Zeitplan einzurichten und Lösungen für bereits bekannte Problemfelder zu finden. Die Einschaltung eines qualifizierten Beraters, der sowohl die deutschen als auch französischen Bilanzvorschriften beherrscht, ist sicherlich anzuraten.

Auf Dauer sollte – soweit es der Umfang rechtfertigt – eine EDV-gesteuerte Konsolidierung eingerichtet werden. Der gesamte Problemkreis kann aber nur in einer vertrauensvollen Zusammenarbeit gemeistert werden, die die spezifischen Eigenheiten beider Länder berücksichtigt.

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Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.