Der französische Steuerbonus für Forschung und Entwicklung („CIR“)

Eine effiziente Unterstützung der Forschungstätigkeit der Unternehmen

Die deutsche Regierung arbeitet an einem Gesetzesvorhaben, das die Forschung und Entwicklung in den Unternehmen durch steuerliche Impulse nachhaltig unterstützten soll. Entsprechende Maßnahmen bestehen in Frankreich seit vielen Jahren. 

In Frankreich wurde bereits 1983 ein sogenannter Steuerkredit für Forschung („CIR“ – „Crédit d’Impôt Recherche“), der bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen den Unternehmen für ihre Forschungsausgaben als Steuervergünstigung gewährt wird, eingeführt. Dieser Steueranreiz wurde in den Folgejahren stark ausgebaut und beruht heute auf der letzten wesentlichen Reform aus 2008. Der „CIR“ ermöglicht den forschenden Unternehmen, 30% ihrer hierfür aufgewendeten Ausgaben, soweit sie die gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien erfüllen, bis zu einem Betrag von 100 Mio. € und darüber hinaus unbeschränkt weitere 5% des Forschungsaufwands als Steuerkredit geltend zu machen. 

Der französische Steuerbonus für Forschung und Entwicklung ist zu einem Erfolgsschlager geworden, der auch sehr teuer für den Staat geworden ist – 6 Mrd. € müssen jährlich im Haushaltsbudget dafür berücksichtigt werden. 

Der Aufwand für Forschung und Entwicklung der Unternehmen ist seit 2008 von 1,27% auf 1,43% des BSP gestiegen. Nach den Veröffentlichungen von France Stratégie, einer dem Premierminister nahestehenden Organisation, führte durchschnittlich 1 € Steuerkredit zu weiteren 1,20 € Forschungsausgaben bei den begünstigten Unternehmen. 

Kritisch anzumerken ist, dass der weit überwiegende Teil des Steuerbonus in die Taschen der Großunternehmen floss. Hierfür sind zumindest zwei Hauptgründe anzuführen: Für den Antrag auf einen Steuerkredit sind komplizierte Nachweis- und Auszeichnungspflichten zu erfüllen, die von kleineren Unternehmen nur mit einem erheblichen Zusatzaufwand erbracht werden können, jedoch an Großfirmen normalerweise keine besonderen zusätzlichen Anforderungen stellen. In die gleiche Richtung geht auch der relativ hohe Begünstigungsrahmen. 

Als Ergebnis ist festzustellen: Der durchschnittliche Betrag, der allen begünstigten Gesellschaften in 2017 gewährt wurde, belief sich auf 400.000 €, wogegen bei Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern im gleichen Zeitraum ein durchschnittlicher Steuerbonus von 40,6 Mio. € anfiel. 

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Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von COFFRA. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er COFFRA. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die COFFRA heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.