Auseinandersetzungen unter Mitarbeitern

Pflichten des Arbeitgebers für die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer

Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit der Arbeitnehmer zu gewährleisten und dabei ihre physische und mentale Gesundheit zu schützen. Dieser Grundsatz wurde in dem Urteil des Kassationsgerichts vom 17. Oktober 2018 wiederum bestätigt. Der Entscheidung lag folgender Sachverhalt zugrunde:

Eine verbale Aggression eines Mitarbeiters gegenüber einem Kollegen machte dessen ärztliche Behandlung und die Deklarierung eines Arbeitsunfalls notwendig. Um die Konfliktsituation zwischen den beiden zu bereinigen, organisierte der Arbeitgeber am nächsten Tag nach dem Vorfall eine Besprechung und in den Folgemonaten weitere Sitzungen mit allen Mitarbeitern. Fünf Monate später wurde der geschädigte Mitarbeiter wiederum von demselben Aggressor angegangen, worauf er nunmehr Schadensersatz für die erlittenen Beeinträchtigungen von seinem Arbeitgeber einforderte. 

Das angerufene Gericht bejahte, durch die Entscheidung des Kassationsgerichts nochmals bestätigt, die Berechtigung des Klageanspruchs des betroffenen Mitarbeiters: Obwohl der Arbeitgeber die direkten Auswirkungen auf die Gesundheit des Mitarbeiters durch die erste Aggression kannte, von den unterschiedlichen bzw. unverträglichen Charakteren der beiden wusste und deshalb das Risiko eines neuen Zwischenfalls bestand, habe er keine konkrete Maßnahme ergriffen, um eine Wiederholung eines nochmaligen Vorfalls zu vermeiden. Die Durchführung von periodischen Sitzungen mit allen Mitarbeitern war nach Auffassung des Gerichts nicht ausreichend, um die Gefahrenquelle zu beheben. 

Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von COFFRA. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er COFFRA. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die COFFRA heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.