Der Verkauf der Hauptwohnsitzimmobilie ist steuerfrei

Der Beweis ist vom Eigentümer zu erbringen

Folgender Sachverhalt lag der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lyon (CAA Lyon) vom 25. Oktober 2018 zugrunde: Der Verkäufer einer Immobilie ging davon aus, dass das Appartement zum Zeitpunkt des Verkaufs seinen Hauptwohnsitz darstellte. Er versteuerte deshalb nicht den durch den Verkauf realisierten Gewinn. Gegen den erlassenen Steuerbescheid legte er Einspruch ein. In Folge ging er in die Berufung, nachdem das angerufene Gericht die Auffassung der Steuerverwaltung bestätigt hatte. 

Das Oberverwaltungsgericht Lyon verwarf die Berufung. Die vorgetragenen Argumente waren danach nicht ausreichend, um das Appartement als Hauptwohnsitz ausweisen zu können und zwar aus folgenden Gründen: Die Einkommensteuererklärungen der strittigen Jahre wiesen eine andere Adresse aus als die verkaufte Immobilie; der Steuerpflichtige unterlag nicht der Wohnsteuer für das Verkaufsobjekt, was für einen effektiv genutzten Hauptwohnsitz jedoch notwendig gewesen wäre. Außerdem wies der Stromzähler nur einen sehr geringen, für eine permanente Normalnutzung eines Appartements außergewöhnlich niedrigen Verbrauch aus, und der Wasserzähler wurde niemals abgelesen. Und schließlich konnten die Bestätigungen der Nachbarn und Freunde nicht den Beweis erbringen, dass es sich tatsächlich um den Hauptwohnsitz des Klägers handelte. 

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Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.