Die Dividendenausschüttungen steigen wieder 

Auswirkungen der Pauschalbesteuerung

Seit dem 1. Januar 2018 werden die Einkünfte aus Kapitalvermögen (Dividenden, Kapitalveräußerungen, Zinsen) mit einem Einheitssatz von 30% versteuert. Diese sogenannte „flat tax“ ersetzt eine Besteuerung, die auf dem persönlichen, progressiven Einkommensteuersatz (Maximalsatz: 45%) basierte. Hinzu kamen die Sozialsteuern (in 2017: 15,5%), womit sich eine steuerliche Maximalbelastung der Dividenden von 60,5% ergab. Die von Präsident Macron eingeführte „flat tax“, die nur eine Rückgängigmachung des von seinem sozialistischen Vorgänger François Hollande im Rahmen von dessen Hochsteuerpolitik installierten Systems darstellte, wurde vom linken Lager als ein „Geschenk an die Reichen“ angeprangert. Im ersten Halbjahr 2018 war bereits ein starker Anstieg der Dividendenausschüttungen festzustellen.

Die aufgrund der erheblichen Steuersatzreduzierung zu erwartenden Einnahmerückgänge wurden somit revidiert. So war zunächst für 2018 von einer Steuereinnahmenverringerung von 1,3 Mrd. € und für 2019 von 1,9 Mrd. € ausgegangen worden. Die Kosten dieser Steuerreform werden nunmehr nur noch mit 900 Mio. € angesetzt.

Zur Erinnerung: In der Hollandschen Periode (2013 – 2017) wurden jährlich Dividendenerträge in Höhe von 13,6 Mrd. € versteuert, wogegen in der vorangegangenen Periode (Sarkozy), in der die Pauschalversteuerung bestand, die jährliche Dividendenbasis sich auf 20,2 Mrd. € belief.

Die Finanzkasse geht aufgrund der „flat tax“-Einführung von einer Rückkehr des alten Dividendenausschüttungsniveaus von ca. 20 Mrd. € pro Jahr aus. Dies wurde durch den im ersten Halbjahr 2018 verzeichneten Anstieg bereits bestätigt.

Geschrieben von

Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von Coffra. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er Coffra. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die Coffra heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.