Die neue Immobilienvermögensteuer („IFI“) wurde erfolgreich eingeführt.

Steuererwartungen für 2019 nochmals angehoben

Die „IFI“, die teilweise die alte Vermögensteuer („ISF“) ersetzt und nur noch den privaten Immobilienbesitz besteuert, erbrachte für das erste Jahr 2018 ein sehr beachtliches Ergebnis. Das ursprünglich anvisierte Steueraufkommen von 850 Mio. € wurde durch den effektiv vereinnahmten Betrag von 1,2 Mrd. € weit überschritten. Die von der Finanzverwaltung hierzu gegebenen Erklärungen sind u.a. die durchgeführten Steuerprüfungen, die immerhin 25% der ursprünglich geschätzten Planzahlen ausmachen. Darüber hinaus wird der erhebliche Unterschied zu der Steuervorausschau aber auch in der teilweise nicht sehr präzisen Definition des Gesetzestextes zur „IFI“ gesehen. Dabei wird von Beraterseite auf die noch bestehende Unsicherheit hinsichtlich der Abzugsfähigkeit von Darlehen beim Immobilienkauf sowie auf die Schwierigkeiten bei der Bestimmung des Beteiligungsgrades von Unternehmen mit Immobilienbesitz hingewiesen. Aus Furcht, bei einer Steuerprüfung mit Strafen und Verzugszinsen belegt zu werden, hätten – so die Meinung einer großen Steuerkanzlei – viele Steuerpflichtige teilweise mehr erklärt als tatsächlich gesetzlich vorgeschrieben war.

Die fehlenden präzisen Informationen über das Immobilienvermögen von kleineren Steuerpflichtigen, so wie es sich aus der alten Vermögensteuererklärung („ISF“) ergab, führte ebenso zu der Fehleinschätzung bei der Finanzverwaltung.

Für 2019 wurde unterdessen bei der Steuerplanung stark nachgebessert. Das geplante Steueraufkommen wird mit 1,5 Mrd. € angesetzt. Die Steuerprüfungen auf diesem Gebiet und die Suche nach neuen Steuerpflichtigen werden damit sicher nicht nachlassen. Die Durchführung eines Wertgutachtens für Immobilienbesitzer, die bisher weder eine „ISF“- noch eine „IFI“-Erklärung abgaben, wird angeraten.

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Dr. Kurt Schlotthauer ist der Gründer und CEO von COFFRA. Seit 1972 engagiert er sich im deutsch-französischen Geschäftsumfeld. 1985 gründetet er COFFRA. Zusammen mit über 140 Mitarbeitern betreut die COFFRA heute mehr als 650 Unternehmen weltweit.